DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury

03 05 2009

Das Beste vom Besten sollte uns am Samstagabend laut Marco Schreyl erwarten, aber genauso, wie er sich wohl versehentlich in Dieter Bohlens Garderobe eines hydrantenfarbigen Anzugs bedient hat, versah er sich wohl auch mit dieser Prophezeiung. Die Halbfinalshow hatte Höhen und Tiefen, was sich nicht ausschließlich durch die Auftritten der Kandidaten zeigte, sondern insbesondere auch durch das Verhalten der Juroren. Dazu später mehr. Am Ende zogen Daniel und Sarah überglücklich ins Finale ein, Geburtstagskind Annemarie, der man ihr ins Mikro gelächeltes „Endlich!“ nach Verkündung des Ergebnisses nicht so recht abkaufen wollte, musste die Show verlassen.

Sarah Kreuz, die sich selbst vorab als Ausscheidende des Abends sah, eröffnete die Show in einer Rosenschaukel sitzend und Yvonne Catterfelds „Für Dich“ singend und erfreute damit zumindest Dieters Herz ganz besonders. Der Auftritt war im Grunde ganz hübsch, Sarah sang gut und klang deutlich anders, als die hauchende Catterfeld. Auch gab sie sich sichtlich Mühe freundlich zu wirken, wenngleich ihr Lächeln in etwa der Natürlichkeit einer Misswahl-Kandidatin vor der Entscheidung entsprach. Ihre deutsche Aussprache gefiel mir aber fast so wenig, wie sonst ihre englische. Die Überbetonung einiger Wortenden klang hart und unschön, das kontinuierliche sch statt ch (Für disch schiebe isch die Wolkään weiteeeer) interpretiere ich mal als Benny Kieckhäben Gedächtnis-Vokabular. Dafür war Sarahs zweiter Auftritt mit „One Moment In Time“ wirklich großartig, meiner Ansicht nach ihr bester in den gesamten Mottoshows. Zwar hat sie mal wieder einen Textpatzer gehabt, was sie im Finale aber hochnotwendig in den Griff bekommen muss, den möchte ich ihr aber wegen des wirklich sehr guten Gesangs einfach verzeihen. Das war der beste Auftritt des Abends. Der dritte Titel „I’m Outta Love“ war dann wieder gespickt von ziemlich schlechtem Englisch und eher durchschnittlichem Gesang - was mir aber positiv auffiel, Sarahs Mimik war endlich mal gelungen und wirkte recht selbstbewusst. Das sollte die junge Sängerin sich unbedingt bewahren. Überhaupt habe ich das Gefühl Sarah ist besser geworden, seitdem sie das erste Mal ums Weiterkommen bangen musste. Druck scheint ihr gut zu tun.

Annemarie Eilfeld wirkte trotz ihres Geburtstages während der ganzen Show, als sei sie nicht so ganz bei der Sache, wie man es sonst von ihr gewohnt war. Ihr erster Song „My Life Would Suck Without You“ klang in den Strophen gut, im Refrain allerdings stieß sie doch ein wenig an ihre Grenzen. Die Ballade „The Voice Within” sang sie gar nicht schlecht. Leise, aber auch kräftig an den richtigen Stellen, außerdem umging sie geschickt Passagen, die sie eventuell nicht sauber hinbekommen hätte. Ihr bester Auftritt an diesem Abend. Leider fällt Annemaries dritter Auftritt komplett aus der Reihe. Zwar hatte sie sich wohl überlegt die Jury mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und brachte, wie einst im Recall auf Teneriffa von den Damen erwartet, eine Python mit auf die Bühne. Es sei hier erwähnt, dass ich grundsätzlich dagegen bin Tiere als Accessoires in dieser Form zu verwenden, aber nun gut. Jedenfalls wurde man den Eindruck nicht los Annemarie könne mit dieser Schlange so gar nicht umgehen, das Mädchen versuchte sie sich während des Singens vom Hals zu nehmen, sie hochzustemmen sie neu zu drapieren, nur Gelingen wollte das alles nicht so recht. Der Umgang mit dem Tier wirkte mehr als unbeholfen, die Verruchtheit einer Salma Hayek in „From Dusk Till Dawn“ oder meinetwegen einer Britney Spears wollte einfach nicht aufkommen. Gleichzeitig litt Annemaries Gesang so sehr unter ihrer Konzentration auf die herumschlängelnde Python, dass ihre Stimme unheimlich dünn und die Töne reichlich schief klangen und der Auftritt insgesamt meilenweit von Halbfinalniveau entfernt war. Ihre Rauswahl am Schluss war leistungsmäßig mehr als gerechtfertigt.

Daniel Schuhmacher sang sein erstes Lied „Stand By Me“ zwar gut, aber es wirkte auf mich etwas unoriginell. Ob der letzte verbliebene männliche Kandidat zu Beginn etwas nervös war? Sein zweiter Song war da schon besser. Umgeben von dicken Rauchschwaden, bei denen man sich schon Sorgen um den Gesundheitszustand von Daniels Lungen machen wollte, trug er inmitten von überdimensionalen Kerzenständern seine Ballade „Get here“ vor. Gewohnt gefühlvoll sang er das Lied, der Auftritt insgesamt ein typischer Schuhmacher. Gut gemacht. „Rehab“, Daniels dritter Titel, auf den ich mich sehr gefreut hatte, war leider am Anfang leicht schief, dann fand er glücklicherweise in den Song hinein und sang in gut. Trotzdem war der Auftritt nicht das Highlight, das ich erhofft hatte. Insgesamt hat Daniel am Samstag eine solide Leistung abgeliefert, aber er kann mehr und ich hoffe, dass er imstande ist uns das im Finale auch voll zu zeigen.

Insgesamt wurden in der Show die beiden stärkeren Sänger ins Finale gewählt, was mich freut, denn die Leistung kam in dieser Staffel DSDS ja schon des öfteren zu kurz. Dennoch hat die ausgeschiedene Annemarie Eilfeld diese Staffel geprägt mit allem, was sie getan hat, ob man sie nun mochte oder nicht. Mir persönlich hat der Soapcharakter dieser Staffel nie gefallen, dennoch war er von RTL inklusive der Jury ausdrücklich gewünscht. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Worte über das Verhalten der Jury gegenüber einer frisch ausgeschiedenen Kandidatin verlieren. Drei vor Freude über das Weiterkommen ihrer Favoriten hüpfende Juroren, eine Nina Eichinger, die ihre Freude noch mit einem piepsigen „yeah“ bekräftigt, ein Dieter Bohlen der auf die Bühne rennt und seine Lieblinge umarmt, während das ausgeschiedene Geburtstagskind alein daneben steht, empfinde ich – obwohl ich nun wirklich keine Anhängerin der blonden Dessauerin war und bin – einfach als respektlos. Dieter hatte schon immer seine ganz eigenen Methoden bei DSDS, aber von Nina und Volker hätte ich ein dezenteres Verhalten erwartet. Eine Halbfinalkandidatin höflich zu verabschieden bringt auch einen Juror nicht um.
Allerdings überrascht mich bei Nina Eichinger sowieso nichts mehr wirklich. Während der Show mache ich mir immer ganz kurze Notizen, diesmal fand ich am Ende gleich vier Mal ein „Nina raus!“ auf meinem Zettel, weil sie sich heute mit unqualifizierten Beurteilungen mal wieder selbst übertroffen hat. „Ich mag deine Schminke“, „Du hast schöne Beine in dem Kleid“, „Ich find das Lied gut“, das ist nur eine kleine Auswahl ihrer gesammelten Überflüssigkeiten. Und auch Dieter hat sich selbst übertroffen, als er am Schluss behauptete, es gehe ja schließlich um den Gesang und die Stimme, was jeden DSDS-Zuschauer, der seit dieser Staffel das „Gesamtpaket“ zum Unwort des Jahres erklärt haben möchte, wie ein bitterer Scherz vorgekommen sein muss.

Am kommenden Samstag steht nun also das männlich/weibliche Finale, ganz ohne Zickenkrieg und Lästereien, dafür mit viel Stimme und gegenseitigem Respekt zwischen Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher an. Diejenigen, die soviel Harmonie als langweilig empfinden, soll gesagt sein, dass eine von 9 Mottoshows, in denen ausschließlich die gesanglichen Leistungen im Fokus stehen, doch wirklich nicht zuviel sein können. Ich freue mich jedenfalls, trotz zweier eigens von Dieter Bohlen geschriebener Songs, auf das große Finale.


Bookmark DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury  at del.icio.us Digg DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury Mixx DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury Bloglines DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury Technorati DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury Bookmark DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury  at YahooMyWeb wong it!

DSDS: Und erstens kommt es anders...

26 04 2009

...und zweitens, als man denkt. Das Aus für Dominik Büchele in der 7. Mottoshow hatte ich wirklich nicht erwartet, ich rechnete mit einem rein weiblichen Duell, um den Einzug ins Halbfinale. Aber nun stehen das erste Mal seit der zweiten Staffel wieder zwei Damen in der Runde der letzten 3, neben Juryfavorit Daniel Schuhmacher. Das Viertelfinale war insgesamt solide, aber nicht spektakulär, die Kandidaten lagen diesmal leistungsmäßig unheimlich eng beieinander, was zumindest die Spannung anheizte. An frühere Staffeln kamen diese 4 Verbliebenen jedoch nicht heran, man denke nur an das sehr hohe Niveau der Top 4 in der dritten (Nevio, Vanessa, Mike Leon, Tobias) und der fünften (Monika, Linda, Fady, Thomas) Staffel.

Etwas enttäuscht hat mich diese Woche Daniel Schuhmacher. In der letzten Show war er klar der Beste, dieses Mal fand ich ihn wieder deutlich schwächer. „Take my breath away“ war von vornherein nicht prädestiniert, um der Auftritt des Abends zu werden, aber ich fand ihn dann auch tatsächlich nicht mehr als ganz in Ordnung. Die durchgängig hohen Töne verhinderten, dass der Song richtig beim Zuhörer ankam und Emotionen erzeugte, der Auftritt gehörte nicht zu Daniels Besten. Auf „You are so beautiful“ hatte ich mich hoffnungsvoll gefreut, doch bei den ersten Tönen zuckte ich unweigerlich zusammen. Dieser hohe, liese, sehr feminine Einstieg passte ganz und gar nicht zum Lied, glücklicherweise sang Daniel den Mittelteil dann deutlich kräftiger und ausdrucksstärker. Die überschwellende Emotionalität, die Dieter aber gehört haben will und vor seinem geistigen Auge bereits bei Sonja Zietlows nicht enden wollenden Top ten der Überflüssigkeiten wiederholt sah, wollte bei mir nicht so recht aufkommen. Daniel war letzte Woche auf einem ganz anderen Level. Ich hoffe im Halbfinale kann er an diese Leistung wieder heranreichen.

Annemarie Eilfeld, die zu Beginn der DSDS-Staffel wohl niemand auf dem Treppchen stehen sah, sang zwei Balladen und verabschiedete sich damit vorerst von ihren sonst eher showlastigen Auftritten. Positiv war, dass sie beide Titel ganz gut gesungen hat und sich neben ihrer allgegenwärtigen Medienpräsenz auch tatsächlich in den Shows gesanglich immer mehr gesteigert hat. Dennoch finde ich ihre Stimme deutlich schwächer und austauschbarer, als die der anderen drei Kandidaten, die für mich schon von Beginn an, als die drei besten Stimmen herausstachen. Aber Annemarie hat sich dennoch auf ihre ganz eigene Weise den Platz im Halbfinale schwer erkämpft - gegen jede Erwartung. Das muss man auch erst mal schaffen. Ihr erster Auftritt mit „There you’ll be“ gefiel mir persönlich besser als der zweite mit „Because of you“, ganz einfach deswegen, weil ich Anmies hohe Töne nicht gern höre. Sie trifft sie zwar, aber sie klingen in meinen Ohren nicht schön, eher schreit sie ein wenig - wie Sarah es auch schon gern getan hat - und ihre Stimme wird leicht schrill. Ihre tieferen, leiseren Töne klingen dagegen gut. Ich hoffe, dass sie im Halbfinale tiefere Songs singt und auch selbst wieder ein bisschen Show macht, denn im Gegensatz zu Nina Eichinger würde ich das Lob fürs Bühnenbild nicht an Annemarie, sondern doch eher an den Bühnenbildner zusprechen. Zwei „Diven“ wären mir dann doch zuviel.

Sarah Kreuz erkämpfte sich mit ihrem Gesang den Platz im Halbfinale, gestern klang sie wirklich sehr gut. „I will always love you“ hat sie nicht geschrien, sondern sehr gut gesungen und dass der Titel schwierig ist, dürfte wohl jedem klar sein. Nun, besser als Whitney Houston, wie es der gute Herr Bohlen mit seinen wohl überanstrengten Ohren gehört haben will, sang Sarah es selbstverständlich nicht und auch die unglaubliche Ähnlichkeit ihrer Version zum Original schien Dieter nicht weiter zu stören, obwohl er doch sonst, wie wir wissen, mit Imitationen so seine Probleme hat. Abgesehen von Bohlens Übertreibungen hat Sarah ihre Sache aber wirklich erstaunlich gut gemacht. Vor allem ihr zweiter Song „Warwick Avenue“ hat mich positiv überrascht, denn Sarah sang schön und vor allem dezent, was mir ausgesprochen gut gefiel. Da sehe ich auch gern über das schlechte schlechte Englisch und das Gefühl, das Sarah nicht so wirkte, als ob sie wüsste, worum es in dem Song ging, hinweg. Die 19-jährige ist ihrem vorherigen Wackelkandidatenstatus mit zwei sehr guten Auftritten entgegengetreten und wurde belohnt. Hoffentlich glänzt sie auch im Halbfinale wieder mit viel Stimme und wenig (besser gar keinen) Textpatzern.

Dominik Büchele, von Beginn an mein persönlicher Favorit, weil ich seine Stimme unheimlich schön finde und mich bei seinem besten Auftritt insgesamt - „Goodbye my lover“ im Recall - seine musikalische Passion einfach überzeugt hat, schied nun also kurz vorm Halbfinale aus. Sein erster Auftritt „Can you feel the love tonight“ – den ich mir mit seiner Stimme nicht so wirklich vorstellen konnte - überraschte mich, denn Dominiks Stimme klang ganz anders als sonst, durchweg voll und kräftig, nicht so zart. Auch einen James Blunt habe ich bei diesem Lied wirklich nicht mehr raushören können. Allerdings wirkte er etwas bemüht und angestrengt beim Singen, vielleicht war er zu konzentriert darauf, alles richtig machen zu wollen. Dadurch wirkte der Auftritt nicht wirklich rund, insgesamt fand ich ihn jedoch ganz gut. Den zweiten Titel „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel fand ich dagegen ganz toll, meiner Ansicht nach Dominiks bester Mottoshowauftritt nach „Wire to Wire“, obwohl er bei diesem Lied ohne die wichtige zweite Stimme des Originals auskommen musste. Den kurzen melodischen Hänger des jungen Sängers kann ich gern verzeihen, Bohlens Urteil schon weniger, da gerade das Gefühl, was ihm angeblich fehlte, den Song meiner Meinung nach so gut gemacht hat, das Publikum aber würde ich an dieser Stelle gerne disqualifizieren. Wie man auf die Idee kommt bei einer solchen Akustik-Ballade in DJ-Ötzi-Stimmungsmachermanier mitzuklatschen und dadurch das gerade durch die besondere Stille lebende Ende des Liedes kaputt zu machen, ist mir rätselhaft. Schade, dass Dominik gehen musste, ich wünsche ihm alles Gute und drücke die Daumen, dass er bald mit seiner Band auch außerhalb seines Heimatdorfes vor größerem Publikum Musik machen darf.


DsDs -- Dominik Büchele - MyVideo

Als Fazit steht diesmal der Wunsch das Niveau in der nächsten Woche auch wirklich auf Halbfinalstandard anzuheben und durchweg gute Auftritte erleben zu dürfen. Von Daniel wünsche ich mir mehr Konstanz, denn er kann es doch - das sollte er kontinuierlich zeigen. Von Sarah wünsche ich mir vor allem eine bessere Aussprache und Mimik bei ihren Liedern und natürlich nie wieder Texthänger. Mein Wunsch an Annemarie wäre etwas tiefere Lieder auszuwählen und unbedingt wieder Spaß und Show mit auf die Bühne zu bringen, damit es etwas Abwechslung gibt. Von Dominik hätte ich mir das endgültige Lösen der Handbremse und Auftritte, wie „Goodbye my Lover“ oder seine heimatlichen Liveauftritte gewünscht, dazu ist es nun aber leider zu spät.
Freuen wir uns also auf ein nach langer Zeit mal wieder mit den Damen in der Überzahl stattfindendes und hoffentlich sehr spannendes Halbfinale mit jeweils drei Titel der Kandidaten am kommenden Samstag.

Bookmark DSDS: Und erstens kommt es anders...  at del.icio.us Digg DSDS: Und erstens kommt es anders... Mixx DSDS: Und erstens kommt es anders... Bloglines DSDS: Und erstens kommt es anders... Technorati DSDS: Und erstens kommt es anders... Bookmark DSDS: Und erstens kommt es anders...  at YahooMyWeb wong it!

DSDS: Pssst...es wird leise

24 04 2009
Samstag können wir es uns besonders gemütlich machen, denn bei DSDS wird es ziemlich romantisch. In der 7. Mottoshow singen die vier verbliebenen Kandidaten Lieder unter dem Motto „Großes Kino & intime Balladen“ und haben sich dabei ausschließlich langsamere Songs ausgesucht. Auf fetzige Showeinlagen und spektakuläre Bühnenperformances scheint diese Woche also verzichtet zu werden, dafür kommen die leisen Töne zum Einsatz, was die Stimme zwangsläufig stärker in den Vordergrund rückt. Ich bin gespannt, wie die letzten zwei Damen und die letzten zwei Herren sich bei dieser Aufgabe schlagen werden.

Sarah Kreuz, die nach unserer Umfrage am Samstag schlechte Karten für den Einzug ins Halbfinale haben wird, singt den beliebten Casting-Show Titel, „I will always love you“ von ihrem Idol Whitney Houston aus dem Film „Bodyguard“. Dieses Lied strotzt nur so von Gefühl, deshalb muss Sarah sich bemühen es nicht nur text- und stimmsicher, sondern vor allem auch sehr emotional vorzutragen. Keine leichte Aufgabe, mit der sie aber, falls es gelingt, etwas an Boden gut machen könnte. Ihr zweiter Song „Warwick Avenue“ von Duffy scheint dagegen die einfachere Wahl zu sein. Möchte Sarah die leisen Töne wiederholen, für die sie letzte Woche von der Jury soviel Lob kassierte? Ich persönlich finde diese Wahl nicht so glücklich, weil mir scheint, dass ihr Potential bei diesem Titel nicht ausgeschöpft werden kann.

Die andere Dame im Rennen, Annemarie Eilfeld, versucht sich diese Woche an „There you’ll be“ von Faith Hill aus dem Film „Pearl Harbour“, das eigentlich die freiwillig ausgeschiedene Vanessa Civiello in der ersten Mottoshow singen wollte. Hier kann nun also jeder selbst entscheiden, an welchem Teil des Songs sich die ehemalige Kandidatin ihrer Kleider entledigen wollte... Zurück zum Lied: Wenn mein Hirn mich nicht trügt gehört dieser Titel zu den Lieblingsliedern von Dieter Bohlen, weshalb wir auf sein Urteil für Annemarie an dieser Stelle besonders gespannt sein dürfen. Ich wage zu behaupten, es wird nicht sehr nett. Der zweite Titel ist „Because of you“ von Kelly Clarkson, das Anmie schon beim Recall zum Besten gegeben hat. Ob die Wahl von zwei leicht ähnlich anmutenden Balladen die richtige für Annemarie war oder ein Kontrastprogramm effektiver sein würde? Zumindest muss die 18-jährige bei ihrem wohl etwas angeschlagenen Gesundheitszustand auf diese Weise keine Tanzschritte einstudieren und kann sich ganz auf ihre Stimme konzentrieren.

Daniel Schuhmacher singt einmal mehr einen ursprünglich von einer Frau gesungenen Titel, nämlich „Take my breath away“ aus „Top Gun“ von der Gruppe Berlin. Die 80er Jahre Lieder scheinen ein Steckenpferd von ihm zu sein, ich persönlich hätte mir etwas anderes gewünscht, er vermutlich auch. Diese Schnulze ist nun wirklich nicht geeignet, um die Stimmqualität Schuhmachers voll präsentieren zu können. Aber da müssen wir nun durch. Der zweite Song wird ebenso schnulzig, dafür aber musikalisch viel aussagekräftiger. „You are so beautiful“ von Joe Cocker wird mit der Stimme Schuhmachers sicher sehr interessant und stimmig klingen und Dieter kann schon mal voller Vorfreude seine Lobeshymne vorbereiten. Ob er die Leistungskurve der letzten Woche wird halten können?

Dominik Büchele muss sich diesen Samstag an die großen Künstler wagen. Er singt „Can you feel the love tonight“ aus „König der Löwen“ und muss hoffen, dass die ihm meist nicht sehr wohlgesonnenen Juroren ihn nicht mit Elton John vergleichen wollen. Irgendwie will dieser Titel nämlich so gar nicht zu Bücheles Stimmfarbe passen, allerdings könnte es dadurch eine sehr eigene Interpretation geben. Das wird spannend. Der zweite Titel jedoch ist großartig gewählt und verspricht einen schönen Auftritt, nicht nur für die ältere Generation. „The sound of silence“ von Simon & Garfunkel ist leise, aber keineswegs schnulzig und passt musikalisch gut zu Dominik. Nur die Hoffnung den jungen Sänger mal wieder mit seiner Gitarre zu erleben traue ich mich nach der letzten Woche kaum mehr zu äußern.

Insgesamt dürfen wir uns also auf eine Mottoshow der ruhigen Töne, der Besinnung auf die stimmlichen Qualitäten und wohl auch eine spannende Entscheidungsshow - bei der uns meinem Empfinden nach schlussendlich eine Dame wird verlassen müssen - freuen. Allerdings bekommen wir zusätzlich vor Augen geführt, das eine gute Stimme nicht gleich gute Musik bedeuten muss. Der Sieger der 4. Staffel DSDS Mark Medlock tritt in der 7. Mottoshow mit seinem neuen Sommersong „Mamacita“ auf. Ich brauche wohl nicht erwähnen, wer dafür verantwortlich zeichnet...



Bookmark DSDS: Pssst...es wird leise  at del.icio.us Digg DSDS: Pssst...es wird leise Mixx DSDS: Pssst...es wird leise Bloglines DSDS: Pssst...es wird leise Technorati DSDS: Pssst...es wird leise Bookmark DSDS: Pssst...es wird leise  at YahooMyWeb wong it!

DSDS: Von Käfigen und Sitzmobiliar oder Kann man auch die Jury rauswählen?

06 04 2009

Mottoshow 4, sexy Songs standen auf dem Programm, wenngleich der Show ihr Motto nur bei wenigen Auftritten anzumerken war. Doch wie auch in den Wochen davor, scheint in dieser Staffel die Einhaltung des Mottos sowieso nur unter ferner liefen geführt zu werden. Davon einmal abgesehen hatte die Show aber durchaus etwas zu bieten, insbesondere einen krönenden Abschluss in der Entscheidungsshow. Endlich, endlich, werden sich viele DSDS-Zuschauer nach der dieswöchigen Mottoshow gesagt haben, endlich dürfen wir aufatmen, endlich können unsere Gehörgänge angstfrei in die Samstage gehen. Vor Freude hüpfte ich aus dem Wohnzimmersessel, denn Holger Göpfert hat das letzte Mal bei DSDS ein Lied malträtiert, er muss nun seine Koffer packen und die Kandidatenvilla verlassen. Seine Version von Marvin Gayes „Still got the blues“ trieb mir beinahe die Tränen in die Augen und wie ihr euch sicher denken könnt, hatte das so gar nichts mit aufkommender Rührung zu tun, sondern eher mit über Gebühr strapazierten Ohren. Holgers Rausschmiss war mehr als überfällig, im Grunde wartete ich seit den Castings darauf, und wartete und wartete und wartete... Schöner konnte die „Sexy Songs“ -Show also in meinen Augen gar nicht enden!

Doch zurück auf Anfang. Den Auftakt machte ein in einen langen Leopardenmantel gehüllter Benny, der seinen Auftritt mit der jugendfreien Version von „Don’t cha“, ganz Pussycat-like, in einem Käfig absolvierte. Das Motto war damit wohl mehr als getroffen und ich muss sagen, Herr Kieckhäben schlug sich wirklich nicht schlecht. Belohnt wurde er mit einem handzahmen Dieter Bohlen, bei dem sich der Paradiesvogel – oder vielmehr die Paradiesraubkatze - für das erhaltene Lob sogleich mit einem Schmatzer bedankte.

Ebenfalls sehr mottogerecht war der Auftritt von Annemarie, die sich im Moulin Rouge-Stil in Corsage und Strapse auf einer roten Chaiselongue räkelte und „Voulez-vous coucher avec moi?“ ins Mikrofon fragte. Sonst vor allem durch medienwirksame Fotoshootings und Zickenkriegschlagzeilen bekannt, konnte Annemarie diesmal auch auf der Bühne abliefern. Gesanglich war ich durchaus überrascht, denn sie meisterte den Song entgegen meiner Erwartungen ordentlich, auch wenn die Jury das ganz anders sah.

Vanessas englische Premiere mit ihrem „Boogie-Roogie“ und charmanter Flirterei im Stile der 60er Jahre passte durchaus zum Motto, leider trällerte Miss Neigert ihren Titel so schief, dass Dieter Bohlens Hörvermögen schwer gelitten haben muss. Er bescheinigte ihr tatsächlich alle Töne getroffen zu haben, obwohl sie so viele, wie nie zuvor, versemmelte. Doch die Jury übertraf sich den gesamten Abend mit einem Fehlurteil nach dem anderen.

Dominik Büchele trat zwar keineswegs mottogerecht auf, allerdings wüsste ich auch nicht, wie der Junge einen „sexy“ Auftritt hätte hinlegen sollen, ohne dabei zur Lachnummer zu werden. Er sang sein „Sunday Morning“ sehr gut und steigerte sich im Gegensatz zur letzten Woche immens. Die Jury aber zerlegte den jungen Sänger dermaßen, dass man hätte glauben können Dominik habe gerade einen Titel von dem für ihn streng verbotenen James Blunt vorgetragen. Wann genau beschlossen wurde, dass man für einen guten Auftritt irgendwelches Mobiliar mit auf die Bühne schleppen sollte oder dass man am besten nie mehr singt, wenn man eine Stimmfarbe hat, die gewisse Ähnlichkeiten zu einem im Musikgeschäft bereits existierenden Sänger aufweist, hab ich wohl verpasst. Nina setzte der Farce dann schlussendlich noch die Krone auf, als sie Dominik als Schlechtesten des Abends auswählte. Ich wiederhole meinen Appell von letzter Woche: Nina sollte umschulen und statt der Jurorentätigkeit besser ins Styling wechseln und dort ihre „Fachkompetenz“ nutzen.

Auch Daniels Auftritt konnte man nicht wirklich „sexy“ nennen, obwohl der Song „Sexual healing“alle Möglichkeiten geboten hätte, doch die Kandidaten mit sehr guter Stimme sollten meiner Meinung nach ihren Auftritten auch keine Albernheiten hinzufügen. Deshalb begrüße ich das Understatement an dieser Stelle. Dennoch schien der Song Daniel genauso wenig zu gefallen, wie mir, denn er bereitete ihm anscheinend einige Probleme. An die Leistung der letzten Woche konnte der Sänger nicht heranreichen, dennoch gehörte er auch in dieser Show zur Spitzengruppe.

Den besten Auftritt des Abends lieferte diesmal Sarah ab, wenngleich man ihr alle Bonuspunkte wieder wegnehmen müsste, wegen des am wenigsten zum Motto passenden Titels. Die Schmachtballade „The trouble with love is“ ist in etwa so sexy, wie Dieter Bohlen, aber Sarah sang sehr gut und diesmal sogar mit einer Portion Gefühl in der Stimme. Sollte dies etwa Bruce Darnells Zauberkunst gewesen sein? Ich hoffe, Sarah hält das Niveau und kann in den nächsten Mottoshows auch noch ein wenig mehr „Drama, Baby“ auf die Bühne bringen.

Das große Fazit der Show dürfte sein: diejenigen, die mit einer sehr guten Stimme gesegnet sind, glänzen, auch ohne viel Show. Die Anderen müssen sich eben anderweitig in Zeug legen, um mithalten zu können. Die Jury glänzt mit Unsachlichkeit und Willkür,trotzdem ist am Schluß der Richtige rausgewählt worden, was für die Zukunft hoffen lässt.
Mal sehen, welchem Motto wir nächste Woche lauschen dürfen: wie wäre es mit „Jury’s choice“, dann können Dieter und co ihren Schäfchen selbst ein Liedchen suchen und müssen sich nicht über die Songwahl ärgern ;-)

Bookmark DSDS: Von Käfigen und Sitzmobiliar oder Kann man auch die Jury rauswählen?   at del.icio.us Digg DSDS: Von Käfigen und Sitzmobiliar oder Kann man auch die Jury rauswählen?  Mixx DSDS: Von Käfigen und Sitzmobiliar oder Kann man auch die Jury rauswählen?  Bloglines DSDS: Von Käfigen und Sitzmobiliar oder Kann man auch die Jury rauswählen?  Technorati DSDS: Von Käfigen und Sitzmobiliar oder Kann man auch die Jury rauswählen?  Bookmark DSDS: Von Käfigen und Sitzmobiliar oder Kann man auch die Jury rauswählen?   at YahooMyWeb wong it!

DSDS: 3. Mottoshow - get the party started!

18 03 2009
Kommenden Samstag darf im Coloneum gefeiert werden, denn in der 3. Mottoshow müssen die 8 verbliebenen Kandidaten „Partyhits“ zum Besten geben. Das schon bewährte Motto vorangegangener Staffeln verspricht viel Show und Bewegung und richtet den Fokus deutlich mehr auf die Performance, als auf den Gesang, was bekanntermaßen einigen der letzten 8 zu Gute kommen könnte.

Von so manchem sind wir ja bereits (zu) viel Bewegung auf der Bühne gewohnt, zu befürchten ist allerdings, dass wir diesmal einen noch hampelnderen, noch unkontrollierter zappelnden und dies auch noch als Tanz bezeichnenden Holger Göpfert werden erleben müssen, denn der Queen-Fan wird die Hymne aller Hymnen „We are the champions“ singen. Ob er bei seiner Darbietung den durchschnittlichen 5 Liter Bier intus habenden Stadionbesucher gesanglich übertreffen wird, bleibt abzuwarten - darf aber gern bezweifelt werden.

An seine Performance von letzter Woche wird Marc Jentzen bei seiner Version des Partyklassikers „Celebration“ von Kool & The Gang anknüpfen wollen, möglicherweise darf diesmal ja sein Papi auf die Mottoshowbühne kommen, um mit dem Sohnemann das Tanzbein zu schwingen. Jedenfalls bleibt zu hoffen, dass der von Dieter nur noch als Trostpreis statt als Jackpot deklarierte Marc nicht auch den Gesang der letzen Woche wiederholen wird.

Deutschlands momentane Lieblingszicke Annemarie Eilfeld wagt sich diesen Samstag an einen deutschen Titel und singt Nenas „99 Luftballons“, ob sie dabei mal wieder ein paar Kleidungsstücke ablegt ist jedoch noch nicht bekannt. Mehr Spannung, als Anmies Erfolgsaussichten den Song gut zu singen, wird ohnehin die Frage erzeugen, welcher der Kandidaten diesmal in dem Einspieler vor dem Auftritt besondere Aufmerksamkeit vom DSDS- Zickenmariechen zuteil wird.

Benny Kieckhäben hält sich an vorangegangene Juryempfehlungen und singt keinen ursprünglich von einer Frau gesungenen Song, sondern den 90er Jahre Euro-Dance Hit „What is love“. Jedoch wird die Jury – unabhängig davon wie inbrünstig Benny dem Titelsänger Haddaway nachzueifern versuchen wird und wie quitschbunt seine Klamottenwahl auch ausfallen mag – wohl keine Gnade walten lassen und ein weiteres Mal für die Heimkehr des Ex-Friseur-Azubis nach Worms oder auch einen Direktumzug in das Dschungelcamp plädieren.

Auf ein Neues wird Vanessa Neigert am Samstag einen Schlager trällern, diese Woche fiel ihre Wahl auf Gittes „Ich will ‚nen Cowboy als Mann“. Die Zuschauer - und insbesondere auch Dieter Bohlen – können sich damit erneut auf kokette Gesten, Profiflirterei und 60er Jahre Dress einstellen, ob die 16-jährige gesanglich überzeugen kann, bleibt jedoch abzuwarten.
Die Auftritte der drei besten Sänger - Sarah, Daniel und Dominik - erzeugen wieder einmal am meisten Spannung, wenn auch alle auf unterschiedliche Weise. Keiner der drei hat bisher besonders temporeiche Songs gesungen, sie überzeugten bislang mit den ruhigeren Tönen. Sarahs Uptempo-Premiere wird am Samstag ein bereits in vorangegangenen Staffeln beliebtes Partlied bilden: „I will survive“ von Gloria Gaynor. Ob die 19-jährige es schaffen wird erst relativ viel englischen Text zu lernen und sich dann noch locker auf der Bühne zu bewegen? Wird sie gar tanzen und Frohsinn ausstrahlen? Wenn ihr das alles gelingen sollte, könnte Sarah einen großen Schritt nach vorne gehen und beweisen, dass sie nicht nur große Balladen mit ernster Miene schmettern, sondern auch das fröhlichere Genre angemessen bedienen kann.

Gefallen am Motto der letzten Woche scheint Juryfavorit Daniel gefunden zu haben, denn er singt erneut einen Frauentitel – diesmal „Sweet Dreams“ von den Eurythmics. Diese Wahl scheint sehr gelungen, denn der Song passt zur hohen Stimme Schuhmachers, ist etwas flotter, als seine bisher gewählten Titel und dennoch langsam genug, um dem jungen Sänger keine ihn vermutlich überfordernden und zudem für ihn unpassenden Showeinlagen abzuverlangen - damit könnte ihm der beste Auftritt des Abends gelingen.

Zu meiner persönlichen Enttäuschung wird Dominik Büchele keinen Uptempo-Song singen, stattdessen gibt er die Ballade „Reality“ von Richard Sanderson zum Besten. Betagtere DSDS-Zuschauer werden sich vermutlich an ihre Jugend erinnert fühlen und vor lauter Gedanken an längst vergangene Feten-Knutschereien den Auftritt Bücheles ohnehin nicht näher bewerten können. Aber ob die Jury Gefallen an einer Schmusenummer während einer Partyhits-Mottoshow findet, wenngleich sie auch auf zahlreichen Knutschparties gespielt worden sein mag, scheint fragwürdig. Unbestritten wird Dominik diesen Song gesanglich problemlos meistern und einen guten Auftritt machen, dennoch ist es schade nicht auch einmal eine andere musikalische Seite des jungen Talents hören zu dürfen. Zudem bleibt zu hoffen, dass Dieter Bohlen selbst in weit zurückliegenden Teenagererinnerungen schwelgen wird und dem sympathischen Sänger daraufhin sogleich seine Songwahl verzeihen kann.

Was die Show ansonsten an Eklats bereithält, welche Farbe Dieters Anzug diesmal haben wird, ob Holger das „Schwimmpferdchen-Abzeichen“ sein Eigen nennen kann und wer diesen Samstag das letzte Mal in einer Mottoshow auftreten wird - das alles sind spannende Fragen, auf die wir leider erst am kommenden Samstag eine Antwort haben.


Die komplette Trackliste der 3. Mottoshow zum anhören:




Bookmark DSDS: 3. Mottoshow - get the party started!  at del.icio.us Digg DSDS: 3. Mottoshow - get the party started! Mixx DSDS: 3. Mottoshow - get the party started! Bloglines DSDS: 3. Mottoshow - get the party started! Technorati DSDS: 3. Mottoshow - get the party started! Bookmark DSDS: 3. Mottoshow - get the party started!  at YahooMyWeb wong it!

DSDS: Zwischen Zickenzoff und Kuppelshow

08 03 2009
Unverhofft, kommt oft. Wer hätte gedacht, dass kurz vor der ersten Mottoshow die Karten nochmal neu gemischt werden. Der überraschende Ausstieg von Vanessa Civiello am Abend vor der Greatest Hits-Show nahm teilweise Einfluss auf die Auftritte und Erfolgschancen der einzelnen Kandidaten - bei einigen positiv, bei anderen negativ.

Der "Zickenkrieg" über angeblichen Ideenklau überschattete die Show und schien nur der Tropfen gewesen zu sein, der das Fass der geheuchelten Harmonie zum Überlaufen gebracht hatte. An allen Ecken und Enden der Show wurde verbal geschossen, die Einzelkämpfermentalität war nie so stark im Vordergrund, wie in dieser Staffel. Dem aufmerksamen Zuschauer wird nicht entgangen sein, dass eine weniger harmonische, dafür deutlich konkurrenzkampforientiertere Haltung der Kandidaten zueinander ausdrücklich von einem Mann gewünscht war, dessen Einfluss auf den Showverlauf unbestritten ist. Was Dieter wünscht, wird erfüllt - und wenn es zickende Mädchen sind.

Zurück zum Ausgangsstreitpunkt. Vanessa C. begründete ihren Ausstieg mit zu hoher Druckbelastung für sie und zu starkem Konkurrenzkampf zwischen den Kandidaten, bei dem einige sogar "über Leichen gehen" würden. Wer nun wessen Idee geklaut hat und warum man sich überhaupt darüber streitet, wer sich nun auf der Bühne seiner Kleider entledigen darf, muss offen bleiben. Fest steht, Blondine Annemarie hat sich mit ihrem kleinen Striptease auf der Bühne selbst in eine Schublade gesteckt und "Sex sells"-Bekräftigungen ihrerseits, führen sie wohl trotzdem nicht näher an den Superstartitel heran, sondern geradewegs in eine künftige Ausgabe des Playboy. Fest steht aber auch, dass sich Fräulein Zahnpastalächeln Vanessa C. mit einem Auftritt, bei dem sie sich die Kleider vom Leibe gerissen hätte zwar vielleicht ein paar männlicher, im Geiste ähnlich wie Volker Neumüller funktionierender Fans zusätzlich hätte sicher sein können. Jedoch bin ich sicher, dass eine kleine Stripeinlage bei Faith Hills "There you'll be" nur noch mit heiterem Klatschen und Springen bei Elton Johns "Candle in the Wind" an unpassender Performance zu einem Song zu toppen wäre.

Ein anderer Aspekt dieser Episode führt uns wieder einmal zur Formatüberschneidung verschiedenster RTL-Produktionen. Nachdem mit dem hampelnden Holger und der Harfe zupfenden Cornelia schon zwei Kandidaten die Mottoshowbühne besetzen, anstatt beim passenderen Supertalent um den Titel zu kämpfen, scheinen eben diese beiden - angeführt von einem mit Kai Pflaume konkurrierenden Dieter Bohlen - DSDS mit einer Kuppelshow zu verwechseln. Deshalb geizt Madame Patzlsperger nicht länger mit ihren Reizen und lässt von Kuppelkönig Bohlen auch die nicht offenkundig zur Schau getragenen Vorzüge anpreisen und der seit 10 Jahren ungeküsste Holger schwärmte solange unverblümt von seiner heißgeliebten Miriam, bis RTL sich entschied eine Art Fortsetzungsroman aus ihrem ersten Treffen zu basteln. Mit der eigentlichen Show auf der Mottoshowbühne hat das zwar nichts zu tun, medienwirksam ist es aber allemal. Zumindest Cornelia scheint durch die eigene Vermarktung positiv motiviert gewesen zu sein, denn ihr Auftritt am Samstag Abend war eine deutliche Steigerung zum letztwöchigen stimmlichen Debakel.

Über all diese Nebenschauplätze verliert man beinahe den Hauptschauplatz, nämlich die große Mottoshowbühne, aus den Augen. Doch Qualität und angenehme Zurückhaltung bei diesen "Turbulenzen" soll noch angemessene Beachtung finden. Hervorzuheben an diesem Abend sind die großen 3 der sechsten Staffel: Daniel hat wieder einen guten Auftritt gemacht und punktet mit seiner besonderen Stimmfarbe, wenngleich seine Titelwahl diese Woche nur ein Gähnen hervorrufen konnte. Sarah hat großartig gesungen und Whitney Houston, im Gegensatz zu Vanessa C. in der letzten Show, würdig vorgetragen. Allenfalls ihr Geplapper abseits der Bühne ist zu kritisieren, da sie, sobald sie zu reden beginnt, die gerade noch erzeugte diven- und damenhafte Ausstrahlung zunichte macht. Dominik hat mit seiner Interpretation von "Imagine" eine deutliche gesangliche Ablösung zu seinem großen Vorbild James Blunt geliefert und eindrucksvoll bewiesen, dass er auch Songs von anderen großen Künstlern sehr gut singen kann. Und auch im visuellen Bereich gelang es ihm einen Vergleich zu diesem konsequent auszuschließen. Zwar war die gewählte Weste sicher nicht jedermanns Geschmack, doch den Imitationsvorwurf der Jury dürfte der einstige Tellerwäscher mit diesem klugen Schachzug ein für allemal beseitigt haben.

Der spätere Rauswurf von Nachrückkandidatin Michelle dürfte niemanden überrascht haben. Auch wenn sie sich im Gegensatz zu ihrem letztwöchigen sehr schwachen Gesang steigern konnte, so war sie doch nichts anderes als ein Lückenbüßer. Daran konnte auch Dieters Frontalangriff gegen "Paradiesvogel" Benni nichts mehr ändern.

Festzuhalten bleibt, dass es neben medienwirksamen Mädchenstreitigkeiten, offen zur Schau getragenem Konkurrenzkampf und dem ein oder anderen sonstigen Ablenkungsmanöver glücklicherweise doch noch echte Talente gibt auf dieser großen Mottoshowbühne im Kölner Coloneum. Und ich für meinen Teil, freue mich schon wieder auf den nächsten Showsamstag...!


Bookmark DSDS: Zwischen Zickenzoff und Kuppelshow   at del.icio.us Digg DSDS: Zwischen Zickenzoff und Kuppelshow  Mixx DSDS: Zwischen Zickenzoff und Kuppelshow  Bloglines DSDS: Zwischen Zickenzoff und Kuppelshow  Technorati DSDS: Zwischen Zickenzoff und Kuppelshow  Bookmark DSDS: Zwischen Zickenzoff und Kuppelshow   at YahooMyWeb wong it!

DSDS: "Gedanken zur Top 15 Show oder Deutschland sucht den Superfreak"

02 03 2009
Ich war entsetzt, ob der Dummheit des deutschen Publikums!!!!

Ich hatte mich ja schon gedanklich damit abgefunden, dass Holger - der krakeelende Hampelmann - von Dieter in die nächste Runde geschickt wird, aber durch die Zuschauerwahl??? Unfassbar! Und auch Vanessa - der Schlager trällernde Gesichtskrapfen - erwartete ich durch die Jury in den Mottoshows, nicht jedoch durchs Publikum.

Diese Wahl führte zu der schreienden Ungerechtigkeit, dass jemand wie Roshan ("Dance with somebody"), der zwar nicht der beste Sänger ist, aber eine ordentliche Show gemacht hat und von der Jury bescheinigt bekam besser als Marc gewesen zu sein, nicht weiterkam, und auch ein Tobias ("Here without you"), der schon in Casting und Recall komplett ignoriert wurde mit einem Auftritt, der mehr als anständig war und von der Jury sehr gelobt und als Riesensteigerung bewertet wurde, mit der Argumentation sie hätten schon genug gute Sänger (in einem Gesangswettbewerb!?!?!), nach Hause gehen musste.

Das führt mich zu der nächsten groben Ungerechtigkeit des Wettbewerbs. Ungeschriebenes Gesetz bei DSDS: in die Mottoshows müssen 5 Frauen und 5 Männer. Wenn nun aber in diesem Jahr mit großem Abstand die Herren der Schöpfung mehr Qualität bringen, als die Damen, die allenfalls mit jahrmarkttauglichen Auftritten und beinahe hinausplumpsenden "Argumenten" auf sich aufmerksam machten, dann ist es Zeit diese Realbedingungen auch in die Showrealität zu übernehmen. Stattdessen wird eine vollschlanke 29-jährige, mit der Ausstrahlung eines Spülschwamms und der Stimme einer Haselmaus, trotz eines, von der Jury als keineswegs überzeugend eingestuften Auftritts, in die Mottoshows geschickt, nur weil sie ein Instrument spielt, das man nicht alle Tage zu hören bekommt. Leider vergisst die Jury dabei, dass wir uns hier nicht beim Supertalent befinden, wo eine Cornelia durchaus das weibliche Pendant zu einem mundharmonikapustenden Michael Hirte, nur ohne Schicksalsbonus, darstellen könnte, sondern in einem Gesangswettbewerb. Eigens für sie und den zappelnden Rollmops wurden die Regeln geändert...Man fragt sich warum, wenn es das passende Format doch auch für diese Kandidaten geben würde.


Punkt 3 der überwältigenden Ungerechtigkeiten - auf die ich aber schon seelisch vorbereitet war - die Jurybewertung für den besten Sänger und Kandidaten im Wettbewerb, Dominik. Die Klasse des Auftritts wird nur am Rande erwähnt, stattdessen lieber darauf herumgeritten, dass erneut ein Titel von James Blunt gewählt wurde. Nun mag man sich Abwechslung wünschen und den Beweis, dass der Junge noch mehr drauf hat. Aber zum einen gibt es da ja die Mottoshows, die durch ihre eingeschränkte Titelwahlmöglichkeit dazu führen, dass ab nächster Woche sowieso nicht immer nur der gleiche Sänger gewählt werden kann. Zum anderen hat der langsam zum Größenwahn und von einem Fanclub, bestehend aus den peinlichsten Casting-Kandidaten, begleitete Holger bislang auch nur Songs von den Beatles zum Besten gegeben und auch bei ihm waren Casting- und Top 15- Titel identisch. Von Fräulein Schlager - der man gestern zu Gute halten musste, dass sie zumindest einen ganz unterhaltsamen Auftritt hinlegte - ganz zu schweigen.

Immerhin, das Publikum erkannte die 3 besten Sänger im Wettbewerb Dominik, Daniel und Sarah, die auch später die Top 3 stellen werden. Letztes Jahr wurden aber tatsächlich die 5 besten Auftritte erkannt und belohnt und auch die Jury ließ genau die 5 weiterkommen, die es am ehesten verdient hatten; dieses Jahr weit gefehlt!

Alles in allem, DSDS wird immer trashiger und offenkundig ungerechter. Aber wie sagte Dieter schon so schön: Mit Gerechtigkeit darf hier keiner rechnen!

Dennoch hatte ich Spaß und werde auch weiterhin Spaß haben und freue mich, wenn man junge Talente finden kann. Ich konnte gestern schon nicht die Finger vom Telefon lassen...


Karla Kolumna ist der Künstlername unserer neuen Kolumnistin, die humoristisch und kritisch die Ereignisse rund um DSDS für uns begleitet.





Bookmark DSDS: "Gedanken zur Top 15 Show oder Deutschland sucht den Superfreak"  at del.icio.us Digg DSDS: "Gedanken zur Top 15 Show oder Deutschland sucht den Superfreak" Mixx DSDS: "Gedanken zur Top 15 Show oder Deutschland sucht den Superfreak" Bloglines DSDS: "Gedanken zur Top 15 Show oder Deutschland sucht den Superfreak" Technorati DSDS: "Gedanken zur Top 15 Show oder Deutschland sucht den Superfreak" Bookmark DSDS: "Gedanken zur Top 15 Show oder Deutschland sucht den Superfreak"  at YahooMyWeb wong it!