DSDS: Love is in the air oder Daniels großer Tag

10 05 2009

Die Suche hat ein Ende, Deutschland hat seinen neuen Superstar 2009 gefunden: Daniel Schuhmacher setzte sich am Ende eines vor Harmonie strotzenden Finals gegen seine Konkurrentin, oder besser seine Kameradin und Duettpartnerin, mit nicht einmal einem Prozent Vorsprung der Anruferstimmen durch. Zum 6. Mal fand Deutschland seinen Superstar und zum fünften Mal traf es einen Mann und keine Frau, auch wenn es diesmal denkbar knapp war. Der ganze Abend war geprägt von Harmonie, gegenseitigem Respekt und viel Liebe, die in der Luft lag. Für den DSDS-Zuschauer, der in dieser Staffel ganz andere Stimmungen gewohnt war und für den Zickenkriege schon alltäglich geworden waren, war dieses Finale fast schon zuviel des Guten. Soviel heile Welt gibt es sonst nur bei den öffentlich-rechtlichen zu sehen., das war man einfach nicht mehr gewohnt. Trotzdem kaufte man Sarah und Daniel tatsächlich jede Sekunde ab, dass sie sich gegenseitig den Sieg gönnen würden und so endete die Entscheidungsshow zwar tränenreich, aber nicht aus Verdruss und Ärger, sondern aus purer Freude. Es war ein Miteinander, kein Gegeneinander – der Wettbewerb geriet am Finalabend fast aus dem Sinn.


Sarah Kreuz musste zuerst auf die Bühne und eröffnete das Finale mit „A natural woman“ von Aretha Franklin. Sie sang gut, leider blieb aber nicht einmal das Finale verschont von Textaussetzern, Textumbauten und falschem Englisch. Zwar hat sie sich gesanglich durch die Staffel hinweg gesteigert, aber diese ewigen Textprobleme hätte sie wirklich in den Griff bekommen müssen. Wie soll sie in Zukunft in der Lage sein Konzerte zu singen, wenn sie sich schon den Text von zwei, drei Liedern nicht merken kann. Im Finale hätte ich mir endlich einen sauberen Vortrag gewünscht. Nichtsdestotrotz hat Sarah einen schwierigen Titel schön gesungen.
Daniels Herzenssong „Soulmate“ dagegen, war leider alles andere als gelungen. Die extreme Nervosität stand dem späteren Superstar ins Gesicht geschrieben, die Hand am Mikro zitterte und die Töne traf er bei weitem nicht immer. Irgendwie wollte seine Stimme auch so gar nicht mit diesem Song harmonieren. Sogar die Jury schien das insgeheim zu bemerken, denn ihr Urteile drückten sich allesamt um eine Beurteilung des konkreten Auftritts herum, lediglich die außergewöhnliche Stimme und die Entwicklung wurden erwähnt.



Sarah Kreuz-Anything But Love (Live im DSDS Finale… - MyVideo


In der zweiten Runde sang Sarah „I will always love you“ von Whitney Houston, ihr Staffelhighlight. Wieder ein schöner Auftritt, sie versuchte viel Gefühl in den Song zu legen und konnte damit durchaus überzeugen, allerdings war der Auftritt ihrem Mottoshowauftritt extrem ähnlich. Diesmal gab’s für Sarah standing ovations von der Jury, damit das Gleichgewicht zu Daniel wieder hergestellt wurde und sogar Daniel selbst stand für seine Mitstreiterin auf und zeigte sich von ihrem Auftritt beeindruckt. Anschließend sang er sein Staffelhighlight, „Ain’t no sunshine“ von Bill Withers. Ich wähnte mich in einem déjà-vu, als er die Bühne betrat, denn sein Outfit schien dasselbe zu sein, wie zuvor bei eben jenem Mottoshowauftritt. Ein Wunder, dass Fräulein Eichinger dies nicht zu bemerken schien. Gesungen hat Daniel sehr gut. Er selbst fand seinen Auftritt viel emotionaler als beim ersten Mal, ich habe ehrlich gesagt keinen wirklichen Unterschied feststellen können. Sehr schade, dass den Kandidaten für die Runde der Staffelhighlights anscheinend keine Besonderheiten an die Seite gegeben wurden. Wenn schon keine Kugelsessel oder Tänzerinnen dabei sein sollen, so hätte man die Lieder wenigstens verlängern oder abändern können. Wo bitte bleibt die Originalität? So hatte man lediglich einen aufgewärmten Auftritt aus den Mottoshows. Wenngleich aufgewärmtes auch nicht immer das schlechteste sein muss, Highlights sehen anders aus!


Der dritte Durchgang sollte nun den Direktvergleich der Kandidaten mit ein und demselben Titel, nämlich „Anything but love“ von Dieter Bohlen, bringen. Sarah machte den Auftakt, und um mal Nina Eichinger ihre Rolle in der Jury abspenstig zu machen, sie sah in Yvonne Catterfelds weißem Kleid hübsch, wie nie zuvor, aus. Die Kulisse war märchenhaft, der Traum jedes kleinen Mädchens, ein goldener Sessel, weiße schwingende Gardinen, Kronleuchter soweit das Auge reichte, alles in allem haufenweise schöner Kitsch - es fehlte nur noch ein kleiner Piepmatz, der Sarah während des Song auf den Finger hätte fliegen können. Der Song klang in Sarahs Version schön, etwas altmodisch und – nun ja - irgendwie bohlenmäßig. Dieter selbst war schwer gerührt, die Zuschauer, die es dick aufgetragen mögen, sicherlich auch.
Dann folgte Daniels Version von „Anything but love“, musikalisch anders arrangiert klang es etwas moderner als die Version von Sarah, was auch an den stark „Snow Patrol – Chasing Cars“- verdächtigen Zügen liegen könnte. Ganz in weiß, ohne Blumenstrauß, dafür mit Jedi-Kapuze, sang Daniel den Titel, als sei er ihm auf den Leib geschneidert. Schon im Recall hatte das Lied einen besonderen Klang durch seine Stimme, das Gefühl kam nun im Finale wieder durch. Mir persönlich gefiel diese Interpretation besser als Sarahs und auch Daniel Stimme fand ich passender für den Song.



DSDS - FINALE - Daniel Schuhmacher - Anything but … - MyVideo


Der folgende Auftritt der Top 10 mit „Time of my life“ war eine nette Abwechslung, ein wenig mehr Übung hätte einigen aber nicht geschadet. Ob Holger und Vanessa dann allerdings ihren Text oder die Töne gekannt und getroffen hätten, wage ich zu bezweifeln. Schön war es aber alle 10 noch einmal gemeinsam auf der Bühne zu sehen, nachdem wir nun wochenlang mit ihnen gezittert haben. Die hundertste Wiederholung der angeblich lustigsten Castingmomente hätte man dem gebeutelten DSDS-Zuschauer jedoch ersparen können. Das gemeinsame Duett von Daniel und Sarah, das zumindest als Bonustrack auf der Superstar CD erscheinen wird, wenn es nicht sogar selbst plötzlich im Plattenladen käuflich zu erwerben sein wird, bildete noch mal ein emotionales Highlight für alle nah am Wasser gebauten, der Rest konnte sich zumindest sicher sein, dass er diesen Titel bis auf weiteres nicht mehr aus seinen Ohren bekommt.


Daniel Schuhmacher ist nun also der Gewinner der diesjährigen Staffel Deutschland sucht den Superstar, einer Staffel die mit viel Soap und wenig Gesang die Schlagzeilen beherrschte und die dann schlussendlich doch ein Friede, Freude, Eierkuchen – Finale mit zwei sehr guten Stimmen bekam, wie es kein Drehbuch besser hätte schreiben könnte. Das beste Finale seit DSDS nannte es Marco Schreyl, nun, das war es bei weitem nicht. Textpatzer und vermasselte Auftritte gehören nicht in ein Finale, dennoch war es schön, unterhaltsam, versöhnlich für alle Holgers, die wir im Laufe der Staffel ertragen mussten undauch spannend. Das spannendste Finale war es trotz der engen Prozentzahlen meiner Ansicht nach trotzdem nicht, zumindest nicht allein, denn das Finale der Staffel drei zwischen Mike Leon Grosch und Tobias Regner, das ebenfalls nicht so eindeutig entschieden wurde, wie manch anderes, gleichzeitig aber eine extrem hohe Qualität Finalauftritte lieferte, empfand ich als ebenso spannend, eher noch spannender. Doch alldem zum Trotze gratuliere ich Daniel Schuhmacher, der ohne Frage eine sehr außergewöhnliche Stimme hat, und wünsche ihm alles Gute auf seinem nun folgenden Weg. Auch Sarah seien die besten Wünsche mit auf den Weg gegeben. Mögen sie in diesem bösen Musikgeschäft durchhalten und ihren Weg machen.


Wir dürfen uns nun erst mal erholen von dieser aufreibenden Staffel 6 von DSDS, doch ich bin sicher Staffel 7 ist nicht mehr fern. Danke an alle treuen Leser meiner Kolumne, danke für die lieben Kommentare, es war mir eine Freude hier zu schreiben.


Bis zum nächsten Mal,
Karla Kolumna





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DSDS: Einmal werden wir noch wach

08 05 2009


Nun ist es fast soweit. Nur noch einen Tag ist das große Finale von DSDS entfernt. Mit Sarah und Daniel stehen sich erstmals seit der allerersten Staffel wieder eine Frau und ein Mann gegenüber. Damals hatte Alexander Klaws vor Juliette Schoppmann das Rennen um den Superstartitel gemacht. Ob diesmal wieder der Mann die Nase vorn hat oder ob die Dame sich mit dem Superstartitel wird schmücken dürfen? Wir werden es bald erfahren. Wie in den letzten Jahren singen die Kandidaten neben ihrem jeweiligen Siegersong noch einen Lieblingstitel und ihren subjektiv besten Song aus den Mottoshows.

Wie es auch ausgeht, Dieter Bohlen kann sich so oder so die Hände reiben, denn der Siegertitel stammt aus seiner Feder. Erstmals seit der zweiten Staffel singen die Finalisten wieder das gleiche Lied, der Zuschauer kann also Äpfel mit Äpfeln vergleichen und sich entscheiden, von wem ihm das schon aus dem Recall bekannte „Anything but love“ besser gefällt. Schon damals beim Probesingen im Tonstudio haben laut Jury Daniel und Sarah den Titel am besten gesungen, wen wundert es also, dass nun einer von beiden mit der Single die Charts stürmen wird. Eine Nummer eins ist dem Sieger ohnehin sicher, erst Recht mit einem Titel, den jeder DSDS-Zuschauer schon im Ohr hat. Dass Dieter aber nun doch in direkte Konkurrenz mit sich selbst und seinem Lieblingschützling Mark Medlock tritt mag überraschen, im letzten Jahr wirkte Bohlen bei beiden Finalsongs nicht mit.

Neben „Anything but love” wird Sarah Kreuz als sogenannten Herzenssong “A natural woman” von Aretha Franklin singen. Schon im Recall beim Treffen mit Anastacia schmetterte die stimmstarke Sarah zusammen mit der sichtlich begeisterten Sängerin diesen Titel. Er ist bekanntermaßen nicht leicht und somit durchaus eine Herausforderung mit Finalwürdigkeit. Ich bin gespannt, wie sie diesen Auftritt stimmlich, aber auch sprachlich meistern wird. Außerdem ist es endlich mal keine Whitney Houston. Halt, zu früh gefreut, denn Sarahs Staffelhighlight wird Whitney Houstons „I will always love you” sein, eine für mich nicht ganz nachvollziehbare Wahl. Zum einen ist der Titel erst in der vorletzten Show gesungen worden, jeder hat es noch gut im Ohr und es könnte einen Hauch Langeweile beim Zuschauer erzeugen, wenn die Songwahl der letzten Shows wie folgt lautet: „I will always love you“ - „One moment in time“ - „I will always love you“. Und zweitens, wenn Sarah schon Whitney singen will, dann bitte nicht diesen Titel, denn von ihren drei (guten) Houston-Interpretationen war diese meine Meinung nach die „schwächste“. Sie hätte besser „I have nothing“ wählen oder besser noch ganz Whitney-frei „Listen von Beyoncé aus der Top 15 Show singen sollen. Das wären meine eher meine Wunschsongs für ihr Staffelhighlight gewesen.


DSDS Recall 2009 - Sarah Kreuz im Tonstudio - MyVideo

Daniel Schuhmacher wird neben „Anything but love“ als Herzenssong einmal mehr keinen Männertitel, sondern einen Song von Natasha Bedingfield singen. „Soulmate“, das von dem noch nicht gefundenen Seelenpartner handelt, ist ziemlich hoch, doch die höheren Tonlagen liegen dem Sänger ja durchaus, wie wir wissen. Ob nun originalgetreu Mr. Loveable oder doch eher die Mrs. besungen wird, sollte nebensächlich bleiben, insgesamt bin ich durchaus gespannt auf die Version von Daniel. Einen Vorteil hat die Wahl von Frauentiteln indes immer: es klingt nie wie das Original, sondern wirkt immer sehr eigeninterpretiert. Das Staffelhighlight von Daniel wird ohne große Überraschung „Ain’t no sunshine" von Bill Withers sein, der Song, bei dem die Jury ihre nicht ganz unumstrittenen Standing Ovations gab. Meiner Ansicht nach war es tatsächlich ein sehr guter Auftritt von Daniel, „Sweet Dreams“ von den Eurythmics wäre aber doch deutlich mein persönliches Staffelhighlight seiner Auftritte gewesen. Doch, das Leben ist kein Wunschkonzert und wenigstens Dieter Bohlen bekommt einmal mehr, was er will...


DsDs - Recall Daniel Schuhmacher Tonstudio - MyVideo

Zusätzlich zu den Auftritten der Finalisten werden auch die Top Ten der Staffel 6 noch einmal gemeinsam auf die Bühne treten und „Time of my life“ aus unser aller Lieblingsschmonzette „Dirty Dancing“zum Besten geben. Nun, ob es wirklich für alle die Zeit ihres Lebens war, bleibt wohl offen. Auch müssen wir abwarten, ob vielleicht Holger die schöne Hebefigur mit Vanessa nachspielt oder Marc irgendwann während der Marcos endloser Spannungserzeugungsversuche in der Entscheidungsshow „Mein Baby gehört zu mir“ in Richtung Sarah hineinruft. Wird Annemarie uns gar mit einem Mambo beglücken? Oder wird Dominik eine Wassermelone tragen? Fragen über Fragen, am Samstag wissen wir mehr. Eins dürfte jedoch feststehen, dieser gemeinsame Auftritt wird wohl kaum an das legendäre „My Way“- Duett von Thomas und Fady im letzten Jahr heranreichen. Dennoch ist es schön, die 10 „Besten“ noch einmal vereint sehen und hören zu dürfen. Freuen wir uns also gemeinsam auf ein hoffentlich spannendes Finale der turbulenten 6. Staffel von Deutschland sucht den Superstar!


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DSDS: Schlangen, Stimmen und Schadenfreude oder Annemarie vs. Jury

03 05 2009

Das Beste vom Besten sollte uns am Samstagabend laut Marco Schreyl erwarten, aber genauso, wie er sich wohl versehentlich in Dieter Bohlens Garderobe eines hydrantenfarbigen Anzugs bedient hat, versah er sich wohl auch mit dieser Prophezeiung. Die Halbfinalshow hatte Höhen und Tiefen, was sich nicht ausschließlich durch die Auftritten der Kandidaten zeigte, sondern insbesondere auch durch das Verhalten der Juroren. Dazu später mehr. Am Ende zogen Daniel und Sarah überglücklich ins Finale ein, Geburtstagskind Annemarie, der man ihr ins Mikro gelächeltes „Endlich!“ nach Verkündung des Ergebnisses nicht so recht abkaufen wollte, musste die Show verlassen.

Sarah Kreuz, die sich selbst vorab als Ausscheidende des Abends sah, eröffnete die Show in einer Rosenschaukel sitzend und Yvonne Catterfelds „Für Dich“ singend und erfreute damit zumindest Dieters Herz ganz besonders. Der Auftritt war im Grunde ganz hübsch, Sarah sang gut und klang deutlich anders, als die hauchende Catterfeld. Auch gab sie sich sichtlich Mühe freundlich zu wirken, wenngleich ihr Lächeln in etwa der Natürlichkeit einer Misswahl-Kandidatin vor der Entscheidung entsprach. Ihre deutsche Aussprache gefiel mir aber fast so wenig, wie sonst ihre englische. Die Überbetonung einiger Wortenden klang hart und unschön, das kontinuierliche sch statt ch (Für disch schiebe isch die Wolkään weiteeeer) interpretiere ich mal als Benny Kieckhäben Gedächtnis-Vokabular. Dafür war Sarahs zweiter Auftritt mit „One Moment In Time“ wirklich großartig, meiner Ansicht nach ihr bester in den gesamten Mottoshows. Zwar hat sie mal wieder einen Textpatzer gehabt, was sie im Finale aber hochnotwendig in den Griff bekommen muss, den möchte ich ihr aber wegen des wirklich sehr guten Gesangs einfach verzeihen. Das war der beste Auftritt des Abends. Der dritte Titel „I’m Outta Love“ war dann wieder gespickt von ziemlich schlechtem Englisch und eher durchschnittlichem Gesang - was mir aber positiv auffiel, Sarahs Mimik war endlich mal gelungen und wirkte recht selbstbewusst. Das sollte die junge Sängerin sich unbedingt bewahren. Überhaupt habe ich das Gefühl Sarah ist besser geworden, seitdem sie das erste Mal ums Weiterkommen bangen musste. Druck scheint ihr gut zu tun.

Annemarie Eilfeld wirkte trotz ihres Geburtstages während der ganzen Show, als sei sie nicht so ganz bei der Sache, wie man es sonst von ihr gewohnt war. Ihr erster Song „My Life Would Suck Without You“ klang in den Strophen gut, im Refrain allerdings stieß sie doch ein wenig an ihre Grenzen. Die Ballade „The Voice Within” sang sie gar nicht schlecht. Leise, aber auch kräftig an den richtigen Stellen, außerdem umging sie geschickt Passagen, die sie eventuell nicht sauber hinbekommen hätte. Ihr bester Auftritt an diesem Abend. Leider fällt Annemaries dritter Auftritt komplett aus der Reihe. Zwar hatte sie sich wohl überlegt die Jury mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und brachte, wie einst im Recall auf Teneriffa von den Damen erwartet, eine Python mit auf die Bühne. Es sei hier erwähnt, dass ich grundsätzlich dagegen bin Tiere als Accessoires in dieser Form zu verwenden, aber nun gut. Jedenfalls wurde man den Eindruck nicht los Annemarie könne mit dieser Schlange so gar nicht umgehen, das Mädchen versuchte sie sich während des Singens vom Hals zu nehmen, sie hochzustemmen sie neu zu drapieren, nur Gelingen wollte das alles nicht so recht. Der Umgang mit dem Tier wirkte mehr als unbeholfen, die Verruchtheit einer Salma Hayek in „From Dusk Till Dawn“ oder meinetwegen einer Britney Spears wollte einfach nicht aufkommen. Gleichzeitig litt Annemaries Gesang so sehr unter ihrer Konzentration auf die herumschlängelnde Python, dass ihre Stimme unheimlich dünn und die Töne reichlich schief klangen und der Auftritt insgesamt meilenweit von Halbfinalniveau entfernt war. Ihre Rauswahl am Schluss war leistungsmäßig mehr als gerechtfertigt.

Daniel Schuhmacher sang sein erstes Lied „Stand By Me“ zwar gut, aber es wirkte auf mich etwas unoriginell. Ob der letzte verbliebene männliche Kandidat zu Beginn etwas nervös war? Sein zweiter Song war da schon besser. Umgeben von dicken Rauchschwaden, bei denen man sich schon Sorgen um den Gesundheitszustand von Daniels Lungen machen wollte, trug er inmitten von überdimensionalen Kerzenständern seine Ballade „Get here“ vor. Gewohnt gefühlvoll sang er das Lied, der Auftritt insgesamt ein typischer Schuhmacher. Gut gemacht. „Rehab“, Daniels dritter Titel, auf den ich mich sehr gefreut hatte, war leider am Anfang leicht schief, dann fand er glücklicherweise in den Song hinein und sang in gut. Trotzdem war der Auftritt nicht das Highlight, das ich erhofft hatte. Insgesamt hat Daniel am Samstag eine solide Leistung abgeliefert, aber er kann mehr und ich hoffe, dass er imstande ist uns das im Finale auch voll zu zeigen.

Insgesamt wurden in der Show die beiden stärkeren Sänger ins Finale gewählt, was mich freut, denn die Leistung kam in dieser Staffel DSDS ja schon des öfteren zu kurz. Dennoch hat die ausgeschiedene Annemarie Eilfeld diese Staffel geprägt mit allem, was sie getan hat, ob man sie nun mochte oder nicht. Mir persönlich hat der Soapcharakter dieser Staffel nie gefallen, dennoch war er von RTL inklusive der Jury ausdrücklich gewünscht. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Worte über das Verhalten der Jury gegenüber einer frisch ausgeschiedenen Kandidatin verlieren. Drei vor Freude über das Weiterkommen ihrer Favoriten hüpfende Juroren, eine Nina Eichinger, die ihre Freude noch mit einem piepsigen „yeah“ bekräftigt, ein Dieter Bohlen der auf die Bühne rennt und seine Lieblinge umarmt, während das ausgeschiedene Geburtstagskind alein daneben steht, empfinde ich – obwohl ich nun wirklich keine Anhängerin der blonden Dessauerin war und bin – einfach als respektlos. Dieter hatte schon immer seine ganz eigenen Methoden bei DSDS, aber von Nina und Volker hätte ich ein dezenteres Verhalten erwartet. Eine Halbfinalkandidatin höflich zu verabschieden bringt auch einen Juror nicht um.
Allerdings überrascht mich bei Nina Eichinger sowieso nichts mehr wirklich. Während der Show mache ich mir immer ganz kurze Notizen, diesmal fand ich am Ende gleich vier Mal ein „Nina raus!“ auf meinem Zettel, weil sie sich heute mit unqualifizierten Beurteilungen mal wieder selbst übertroffen hat. „Ich mag deine Schminke“, „Du hast schöne Beine in dem Kleid“, „Ich find das Lied gut“, das ist nur eine kleine Auswahl ihrer gesammelten Überflüssigkeiten. Und auch Dieter hat sich selbst übertroffen, als er am Schluss behauptete, es gehe ja schließlich um den Gesang und die Stimme, was jeden DSDS-Zuschauer, der seit dieser Staffel das „Gesamtpaket“ zum Unwort des Jahres erklärt haben möchte, wie ein bitterer Scherz vorgekommen sein muss.

Am kommenden Samstag steht nun also das männlich/weibliche Finale, ganz ohne Zickenkrieg und Lästereien, dafür mit viel Stimme und gegenseitigem Respekt zwischen Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher an. Diejenigen, die soviel Harmonie als langweilig empfinden, soll gesagt sein, dass eine von 9 Mottoshows, in denen ausschließlich die gesanglichen Leistungen im Fokus stehen, doch wirklich nicht zuviel sein können. Ich freue mich jedenfalls, trotz zweier eigens von Dieter Bohlen geschriebener Songs, auf das große Finale.


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DSDS: Das Halbfinale der beliebtesten Castinghits

01 05 2009

Das Halbfinale steht vor der Tür, erstmalig präsentiert jeder verbliebene Kandidat drei Titel unter einem Motto bei dem sich RTL an Kreativität mal wieder übertroffen hat: „Uptempo, Ballade, Nr. 1 Hit. Für dieses Motto müssen wirklich große Denker am Werk gewesen sein, die die „Partyhits, intimen Balladen und Greatest Hits“, welche allesamt schon in der Staffel Aufgabe waren, kurz und knapp umformuliert haben. So wenig Neuerungen es beim Motto gibt, so eintönig ist zumeist auch die Songwahl der Kandidaten. Anfang der Woche war die spekulative Liste noch bunt gemischt, als dann die offizielle Songliste bekannt gegeben wurde war ich doch enttäuscht. Sarah singt schon wieder Whitney Houston, Annemarie singt schon wieder Kelly Clarkson, Daniel singt schon wieder alte Schinken, die man schon ein Dutzend mal zu oft gehört hat. Glücklicherweise finden sich aber bei jeweils drei gesungenen Titeln doch noch ein paar wenige spannendere Lieder, auf die man sich durchaus freuen darf.

Sarah singt also einmal mehr Whitney Houston, diesmal „One Moment in Time“, und macht damit ihren Mottoshow-Hattrick komplett. So gut sie das auch singen mag, 3 Mal ist einfach zuviel, das sollte auch die Jury sehen. Erfreulich ist, dass Sarah am Samstag auch zum ersten Mal einen deutschen Titel singt, was ihr beim Textlernen sicherlich zugute kommt und den Zuhörern einmal eine neue Facette bietet. Leider fiel die Wahl dabei auf Dieter Bohlens,...pardon, ich meine Yvonne Catterfelds „Für dich“, das wohl jedem DSDS-Zuschauer zu den Ohren wieder heraus kommt. Gespannt bin ich trotzdem – darauf, wie Sarah in deutsch klingt und ob sie in der Lage ist die Zerbrechlichkeit des Songs rüberzubringen. Wirklich vorstellen kann ich es mir, ehrlich gesagt, nicht. Der dritte Titel wird „I’m Outta Love“ von Anastacia. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber wurde bei DSDS jemals ein anderer Song von Anastacia gesungen? Sie hat doch so viele... Dennoch freue ich mich bei Sarah am meisten auf diesen Titel, denn die „schnelle“ Sarah hat mir eigentlich immer ganz gut gefallen. Trotzdem wird es am Samstag schwer für sie, nach der Umfrage müsste sie nach Hause gehen, vielleicht kann sie aber gerade aufgrund dieser schlechten Prognosen ganz besonders befreit auftreten und noch einmal auftrumpfen.

Daniels Songwahl ist leider auch sehr unspektakulär. Hieß es zu Beginn der Woche noch er werde „Run“ von Snow Patrol, „Human“ von The Killers und „It must have been love“ von Roxette auf die Bühne bringen, so änderte sich diese abwechslungsreiche und eher moderne Songwahl in „Stand By Me“ von Ben E. King, „Get Here von Oleta Adams, und „Rehab“ von Amy Winehouse. Einzig letzteres empfinde ich als eine interessante Songwahl für Daniel und bin gespannt, wie er dieses Lied singen wird. Warum die Songs nun geändert wurden weiß man nicht, ich merke jedoch an, dass „Stand by me“, das in dieser Staffel ja sogar schon als Gruppensong zusammen mit Seal performt wurde, sowie auch „Get here“ von Herrn Bohlen hoch geschätzte Lieder sind. Ob der sogenannte Poptitan da selbst seine Finger im Spiel hatte, damit sein Liebling Daniel anstatt schöner moderner und vom bösen Rock angehauchter Musik lieber Dieters meist gemochte abgelutschte Castingnummern singt? Wenn ja, dann kann einem der junge Sänger nur leid tun. Trotzdem freue ich mich auf Daniels Versionen der Lieder, mit seiner Stimme klingen sie sicherlich weit weniger abgenutzt, als im Original und „Rehab“ könnte sogar ein kleines Highlight werden.

Annemarie, die ansonsten immer eine abwechslungsreiche Songwahl zu bieten hatte, singt am Samstag zum zweiten Mal hintereinander Kelly Clarkson, diesmal „My Life Would Suck Without You“. Immerhin ist es diesmal keine Ballade, dennoch hätte ich mir etwas ganz neues gewünscht, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass dieses Lied noch schwieriger ist als „Because of you“. Trotzdem sei ihr der Doppelschlag verziehen, da es ihr erster ist. Die Ballade kommt diesmal von Christina Aguilera, die überraschenderweise in dieser Staffel DSDS geradezu unterrepräsentiert ist. In vergangenen Staffeln überboten sich die Kandidatinnen gegenseitig mit Aguileras Balladen, nur an die Uptempo-Hits traute sich noch nie eine heran. Schade eigentlich, aber zurück zu Annemarie. Das Urteil der Jury – Anmie ist keine Clarkson und erst recht keine Aguilera – ist vorprogrammiert, dennoch ist die Songwahl sehr mutig, denn beide Lieder sind wahnsinnig schwer zu singen. Ich persönlich bin nicht so erfreut, dass beide Songs so viele sehr hohe Passagen enthalten, besänftigen tut mich dabei nur Annemaries dritter Titel „Maneater“ von Nelly Furtado. Sicherlich ist dieses Lied nicht gerade gut geeignet zum live gesungen werden, aber ich bin mir sicher Annemarie wird sich passend zum Titel eine Show einfallen lassen und einen, wenn nicht mehrere, leicht bekleidete Männer zum gemeinsamen Balztanz auf die Bühne mitbringen. Ich muss zugeben, auf diesen Auftritt freue ich mich am meisten.

Insgesamt hoffe ich sehr, dass wenigstens im Finale ein paar echte Highlights auf uns geplagte Zuschauer warten. Wir kämpfen uns schon die gesamte Staffel durch einen Morast von Soapelementen, wahnwitzigen Themen für die Mottoshows, teilweise unterirdischen Auftritten von talentfreien Mottoshowteilnehmern und durch Songs, die bei DSDS und anderen Castingshows bereits rauf und runter und hin und her gesungen wurden. Da haben wir es doch wahrlich verdient im Finale ein Bombardement an außergewöhnlichen Songs und spektakulären Auftritten, gepaart mit einem fulminanten Duett der Finalisten geliefert zu bekommen und nicht nur ein auf „Todfeinde gegeneinander“-getrimmtes Schauspiel.
Doch freuen wir uns trotz allem erst mal auf ein hoffentlich spannendes und hier und da überraschendes Halbfinale am kommenden Samstag.




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DSDS: Und erstens kommt es anders...

26 04 2009

...und zweitens, als man denkt. Das Aus für Dominik Büchele in der 7. Mottoshow hatte ich wirklich nicht erwartet, ich rechnete mit einem rein weiblichen Duell, um den Einzug ins Halbfinale. Aber nun stehen das erste Mal seit der zweiten Staffel wieder zwei Damen in der Runde der letzten 3, neben Juryfavorit Daniel Schuhmacher. Das Viertelfinale war insgesamt solide, aber nicht spektakulär, die Kandidaten lagen diesmal leistungsmäßig unheimlich eng beieinander, was zumindest die Spannung anheizte. An frühere Staffeln kamen diese 4 Verbliebenen jedoch nicht heran, man denke nur an das sehr hohe Niveau der Top 4 in der dritten (Nevio, Vanessa, Mike Leon, Tobias) und der fünften (Monika, Linda, Fady, Thomas) Staffel.

Etwas enttäuscht hat mich diese Woche Daniel Schuhmacher. In der letzten Show war er klar der Beste, dieses Mal fand ich ihn wieder deutlich schwächer. „Take my breath away“ war von vornherein nicht prädestiniert, um der Auftritt des Abends zu werden, aber ich fand ihn dann auch tatsächlich nicht mehr als ganz in Ordnung. Die durchgängig hohen Töne verhinderten, dass der Song richtig beim Zuhörer ankam und Emotionen erzeugte, der Auftritt gehörte nicht zu Daniels Besten. Auf „You are so beautiful“ hatte ich mich hoffnungsvoll gefreut, doch bei den ersten Tönen zuckte ich unweigerlich zusammen. Dieser hohe, liese, sehr feminine Einstieg passte ganz und gar nicht zum Lied, glücklicherweise sang Daniel den Mittelteil dann deutlich kräftiger und ausdrucksstärker. Die überschwellende Emotionalität, die Dieter aber gehört haben will und vor seinem geistigen Auge bereits bei Sonja Zietlows nicht enden wollenden Top ten der Überflüssigkeiten wiederholt sah, wollte bei mir nicht so recht aufkommen. Daniel war letzte Woche auf einem ganz anderen Level. Ich hoffe im Halbfinale kann er an diese Leistung wieder heranreichen.

Annemarie Eilfeld, die zu Beginn der DSDS-Staffel wohl niemand auf dem Treppchen stehen sah, sang zwei Balladen und verabschiedete sich damit vorerst von ihren sonst eher showlastigen Auftritten. Positiv war, dass sie beide Titel ganz gut gesungen hat und sich neben ihrer allgegenwärtigen Medienpräsenz auch tatsächlich in den Shows gesanglich immer mehr gesteigert hat. Dennoch finde ich ihre Stimme deutlich schwächer und austauschbarer, als die der anderen drei Kandidaten, die für mich schon von Beginn an, als die drei besten Stimmen herausstachen. Aber Annemarie hat sich dennoch auf ihre ganz eigene Weise den Platz im Halbfinale schwer erkämpft - gegen jede Erwartung. Das muss man auch erst mal schaffen. Ihr erster Auftritt mit „There you’ll be“ gefiel mir persönlich besser als der zweite mit „Because of you“, ganz einfach deswegen, weil ich Anmies hohe Töne nicht gern höre. Sie trifft sie zwar, aber sie klingen in meinen Ohren nicht schön, eher schreit sie ein wenig - wie Sarah es auch schon gern getan hat - und ihre Stimme wird leicht schrill. Ihre tieferen, leiseren Töne klingen dagegen gut. Ich hoffe, dass sie im Halbfinale tiefere Songs singt und auch selbst wieder ein bisschen Show macht, denn im Gegensatz zu Nina Eichinger würde ich das Lob fürs Bühnenbild nicht an Annemarie, sondern doch eher an den Bühnenbildner zusprechen. Zwei „Diven“ wären mir dann doch zuviel.

Sarah Kreuz erkämpfte sich mit ihrem Gesang den Platz im Halbfinale, gestern klang sie wirklich sehr gut. „I will always love you“ hat sie nicht geschrien, sondern sehr gut gesungen und dass der Titel schwierig ist, dürfte wohl jedem klar sein. Nun, besser als Whitney Houston, wie es der gute Herr Bohlen mit seinen wohl überanstrengten Ohren gehört haben will, sang Sarah es selbstverständlich nicht und auch die unglaubliche Ähnlichkeit ihrer Version zum Original schien Dieter nicht weiter zu stören, obwohl er doch sonst, wie wir wissen, mit Imitationen so seine Probleme hat. Abgesehen von Bohlens Übertreibungen hat Sarah ihre Sache aber wirklich erstaunlich gut gemacht. Vor allem ihr zweiter Song „Warwick Avenue“ hat mich positiv überrascht, denn Sarah sang schön und vor allem dezent, was mir ausgesprochen gut gefiel. Da sehe ich auch gern über das schlechte schlechte Englisch und das Gefühl, das Sarah nicht so wirkte, als ob sie wüsste, worum es in dem Song ging, hinweg. Die 19-jährige ist ihrem vorherigen Wackelkandidatenstatus mit zwei sehr guten Auftritten entgegengetreten und wurde belohnt. Hoffentlich glänzt sie auch im Halbfinale wieder mit viel Stimme und wenig (besser gar keinen) Textpatzern.

Dominik Büchele, von Beginn an mein persönlicher Favorit, weil ich seine Stimme unheimlich schön finde und mich bei seinem besten Auftritt insgesamt - „Goodbye my lover“ im Recall - seine musikalische Passion einfach überzeugt hat, schied nun also kurz vorm Halbfinale aus. Sein erster Auftritt „Can you feel the love tonight“ – den ich mir mit seiner Stimme nicht so wirklich vorstellen konnte - überraschte mich, denn Dominiks Stimme klang ganz anders als sonst, durchweg voll und kräftig, nicht so zart. Auch einen James Blunt habe ich bei diesem Lied wirklich nicht mehr raushören können. Allerdings wirkte er etwas bemüht und angestrengt beim Singen, vielleicht war er zu konzentriert darauf, alles richtig machen zu wollen. Dadurch wirkte der Auftritt nicht wirklich rund, insgesamt fand ich ihn jedoch ganz gut. Den zweiten Titel „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel fand ich dagegen ganz toll, meiner Ansicht nach Dominiks bester Mottoshowauftritt nach „Wire to Wire“, obwohl er bei diesem Lied ohne die wichtige zweite Stimme des Originals auskommen musste. Den kurzen melodischen Hänger des jungen Sängers kann ich gern verzeihen, Bohlens Urteil schon weniger, da gerade das Gefühl, was ihm angeblich fehlte, den Song meiner Meinung nach so gut gemacht hat, das Publikum aber würde ich an dieser Stelle gerne disqualifizieren. Wie man auf die Idee kommt bei einer solchen Akustik-Ballade in DJ-Ötzi-Stimmungsmachermanier mitzuklatschen und dadurch das gerade durch die besondere Stille lebende Ende des Liedes kaputt zu machen, ist mir rätselhaft. Schade, dass Dominik gehen musste, ich wünsche ihm alles Gute und drücke die Daumen, dass er bald mit seiner Band auch außerhalb seines Heimatdorfes vor größerem Publikum Musik machen darf.


DsDs -- Dominik Büchele - MyVideo

Als Fazit steht diesmal der Wunsch das Niveau in der nächsten Woche auch wirklich auf Halbfinalstandard anzuheben und durchweg gute Auftritte erleben zu dürfen. Von Daniel wünsche ich mir mehr Konstanz, denn er kann es doch - das sollte er kontinuierlich zeigen. Von Sarah wünsche ich mir vor allem eine bessere Aussprache und Mimik bei ihren Liedern und natürlich nie wieder Texthänger. Mein Wunsch an Annemarie wäre etwas tiefere Lieder auszuwählen und unbedingt wieder Spaß und Show mit auf die Bühne zu bringen, damit es etwas Abwechslung gibt. Von Dominik hätte ich mir das endgültige Lösen der Handbremse und Auftritte, wie „Goodbye my Lover“ oder seine heimatlichen Liveauftritte gewünscht, dazu ist es nun aber leider zu spät.
Freuen wir uns also auf ein nach langer Zeit mal wieder mit den Damen in der Überzahl stattfindendes und hoffentlich sehr spannendes Halbfinale mit jeweils drei Titel der Kandidaten am kommenden Samstag.

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DSDS: Pssst...es wird leise

24 04 2009
Samstag können wir es uns besonders gemütlich machen, denn bei DSDS wird es ziemlich romantisch. In der 7. Mottoshow singen die vier verbliebenen Kandidaten Lieder unter dem Motto „Großes Kino & intime Balladen“ und haben sich dabei ausschließlich langsamere Songs ausgesucht. Auf fetzige Showeinlagen und spektakuläre Bühnenperformances scheint diese Woche also verzichtet zu werden, dafür kommen die leisen Töne zum Einsatz, was die Stimme zwangsläufig stärker in den Vordergrund rückt. Ich bin gespannt, wie die letzten zwei Damen und die letzten zwei Herren sich bei dieser Aufgabe schlagen werden.

Sarah Kreuz, die nach unserer Umfrage am Samstag schlechte Karten für den Einzug ins Halbfinale haben wird, singt den beliebten Casting-Show Titel, „I will always love you“ von ihrem Idol Whitney Houston aus dem Film „Bodyguard“. Dieses Lied strotzt nur so von Gefühl, deshalb muss Sarah sich bemühen es nicht nur text- und stimmsicher, sondern vor allem auch sehr emotional vorzutragen. Keine leichte Aufgabe, mit der sie aber, falls es gelingt, etwas an Boden gut machen könnte. Ihr zweiter Song „Warwick Avenue“ von Duffy scheint dagegen die einfachere Wahl zu sein. Möchte Sarah die leisen Töne wiederholen, für die sie letzte Woche von der Jury soviel Lob kassierte? Ich persönlich finde diese Wahl nicht so glücklich, weil mir scheint, dass ihr Potential bei diesem Titel nicht ausgeschöpft werden kann.

Die andere Dame im Rennen, Annemarie Eilfeld, versucht sich diese Woche an „There you’ll be“ von Faith Hill aus dem Film „Pearl Harbour“, das eigentlich die freiwillig ausgeschiedene Vanessa Civiello in der ersten Mottoshow singen wollte. Hier kann nun also jeder selbst entscheiden, an welchem Teil des Songs sich die ehemalige Kandidatin ihrer Kleider entledigen wollte... Zurück zum Lied: Wenn mein Hirn mich nicht trügt gehört dieser Titel zu den Lieblingsliedern von Dieter Bohlen, weshalb wir auf sein Urteil für Annemarie an dieser Stelle besonders gespannt sein dürfen. Ich wage zu behaupten, es wird nicht sehr nett. Der zweite Titel ist „Because of you“ von Kelly Clarkson, das Anmie schon beim Recall zum Besten gegeben hat. Ob die Wahl von zwei leicht ähnlich anmutenden Balladen die richtige für Annemarie war oder ein Kontrastprogramm effektiver sein würde? Zumindest muss die 18-jährige bei ihrem wohl etwas angeschlagenen Gesundheitszustand auf diese Weise keine Tanzschritte einstudieren und kann sich ganz auf ihre Stimme konzentrieren.

Daniel Schuhmacher singt einmal mehr einen ursprünglich von einer Frau gesungenen Titel, nämlich „Take my breath away“ aus „Top Gun“ von der Gruppe Berlin. Die 80er Jahre Lieder scheinen ein Steckenpferd von ihm zu sein, ich persönlich hätte mir etwas anderes gewünscht, er vermutlich auch. Diese Schnulze ist nun wirklich nicht geeignet, um die Stimmqualität Schuhmachers voll präsentieren zu können. Aber da müssen wir nun durch. Der zweite Song wird ebenso schnulzig, dafür aber musikalisch viel aussagekräftiger. „You are so beautiful“ von Joe Cocker wird mit der Stimme Schuhmachers sicher sehr interessant und stimmig klingen und Dieter kann schon mal voller Vorfreude seine Lobeshymne vorbereiten. Ob er die Leistungskurve der letzten Woche wird halten können?

Dominik Büchele muss sich diesen Samstag an die großen Künstler wagen. Er singt „Can you feel the love tonight“ aus „König der Löwen“ und muss hoffen, dass die ihm meist nicht sehr wohlgesonnenen Juroren ihn nicht mit Elton John vergleichen wollen. Irgendwie will dieser Titel nämlich so gar nicht zu Bücheles Stimmfarbe passen, allerdings könnte es dadurch eine sehr eigene Interpretation geben. Das wird spannend. Der zweite Titel jedoch ist großartig gewählt und verspricht einen schönen Auftritt, nicht nur für die ältere Generation. „The sound of silence“ von Simon & Garfunkel ist leise, aber keineswegs schnulzig und passt musikalisch gut zu Dominik. Nur die Hoffnung den jungen Sänger mal wieder mit seiner Gitarre zu erleben traue ich mich nach der letzten Woche kaum mehr zu äußern.

Insgesamt dürfen wir uns also auf eine Mottoshow der ruhigen Töne, der Besinnung auf die stimmlichen Qualitäten und wohl auch eine spannende Entscheidungsshow - bei der uns meinem Empfinden nach schlussendlich eine Dame wird verlassen müssen - freuen. Allerdings bekommen wir zusätzlich vor Augen geführt, das eine gute Stimme nicht gleich gute Musik bedeuten muss. Der Sieger der 4. Staffel DSDS Mark Medlock tritt in der 7. Mottoshow mit seinem neuen Sommersong „Mamacita“ auf. Ich brauche wohl nicht erwähnen, wer dafür verantwortlich zeichnet...



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DSDS: Bye bye Benny

20 04 2009

„Sonne und Regen“ hieß es am Samstag bei der 6. Mottoshow und doch war es überwiegend bewölkt am DSDS-Himmel. Die Meinungsverschiedenheiten der Kandidaten untereinander wurden einmal mehr deren Gesangsdarbietungen übergeordnet, die Diskussion um Annemaries Art zu kämpfen zog sich wie ein roter Faden durch die ganze Sendung und jeder, der mehr Interesse an den Auftritten, als an den persönlichen Differenzen hat, wurde von dieser Show ein wenig enttäuscht. Höhepunkt der Stilisierung des „Kandidatenkriegs“ dürfte dann Dieters Verbalentgleisung gegenüber Annemarie Eilfeld gewesen sein, die allerdings clever zu kontern wusste. Doch wie jede Woche wollen wir uns von alldem nicht den Spaß an den musikalischen Aspekten von DSDS nehmen lassen und erfreuen uns an den wenigen Sonnenmomenten der letzten Show.

Daniel Schuhmacher war ohne Frage der Glanzpunkt am Samstag. Erst sang er „Here comes the rain again“ von den Eurythmics, entgegen Dieter Auffassung allerdings sehr originalgetreu – zeitweise hätte man mit geschlossenen Augen meinen können, Annie Lennox stehe selbst auf der Bühne – sehr sehr gut und zeigte damit, was er kann. Das vor einigen Wochen vorgetragene „Sweet dreams“ gefiel mir zwar noch besser, doch auch diese Leistung war durchaus beeindruckend. Als zweites folgte das von Herrn Bohlen selbst ausgewählte „Ain’t no sunshine“, das der junge Pfullendorfer wirklich überzeugend und mit herausstechender, leicht „dreckiger“ Stimme sang und das die Jury sogleich mit Standing Ovations belohnte. Warum Nina Eichinger jedoch aufstand, wenngleich sie doch Daniels ersten Titel besser fand, kann wohl nur mit Großpapa Bohlens mächtigem Einfluß erklärt werden. Jedenfalls hat der am Sonntag 22 Jahre alt gewordene Schuhmacher endlich zu seiner alten Form zurück gefunden und dominierte diese 6. Mottoshow mit seinen Auftritten. Hoffentlich kann er das Niveau endlich konstant halten.

Die medienpräsente Annemarie legte am Samstag zwei sehr unterschiedliche Auftritte hin, einmal sang sie „Bailando“ von Loona und versprühte dabei Urlaubsgefühl. Man konnte fast meinen man sei im Cluburlaub auf Ibiza. Auch wenn der Titel nicht wirklich schwierig war, fand ich den Auftritt ganz ordentlich. Im Gegensatz zu Dieter fand ich das Lied sehr passend für Annemarie, ihre Stimme harmonierte sehr gut mit diesem seichten Song, auch wenn dieser Song generell bei DSDS nicht unbedingt zur Regel werden sollte. Für den zweiten Auftritt hatte sich Anmie einiges vorgenommen, denn sie sang „Purple rain“ von Prince. Vorneweg, ich finde Annemarie hat sich bis jetzt in den Mottoshows durchaus gesteigert, ihr Gesang ist sicherer geworden und sie singt nicht mehr annähernd so schief, wie beispielsweise „Baby, one more time“ oder „99 Luftballons“. So war es auch bei „Purple rain“, man kann ihr nicht vorwerfen sie habe unsauber gesungen, sie hat kaum Töne versemmelt, aber: der Auftritt war für mich dennoch eine Qual, denn die Kleinmädchenstimme von Eilfeld wollte so überhaupt nicht zu diesem Meisterwerk passen, und bei ihren Bemühungen die Töne gut zu treffen, blieb jegliche Emotion auf der Strecke. Mir stellten sich die Nackenhaare auf, das war wirklich nicht schön. Ich möchte ihr raten nur noch Lieder zu singen, die mit ihrer Stimme harmonieren und zu ihr passen. Das war einfach mehrere Nummern zu groß für die junge Dessauerin.

Dominik Büchele hatte bei der 6. Mottoshow wahrlich nicht seinen besten Tag. Er begann mit dem sommerlichen „Upside down“ von Jack Johnson, bei dem der alternde Dieter vergeblich den Regen suchte, und sang sehr durchschnittlich und begleitet von einem leicht watscheligen Gang über die Bühne. Warum nur hat er nicht seine Gitarre mit auf die Bühne genommen. Sie hätte den etwas unbeholfenen Auftritt meiner Ansicht nach sehr steigern können. So tat sich Dominik selbst keinen Gefallen und musste sich von Dieter anhören, dass man den Song kaum schlechter singen könne, was allerdings schon gewohnheitsmäßig völlig überzogen war. Der zweite Song „Why does it always rain on me“ von Travis gelang Büchele dann schon viel besser, gesanglich reichte er dennoch nicht an „wire to wire“ von letzter Woche heran. Die Selbstironie jedoch, mit der er das Lied vortrug und zusätzlich mit einem gelungenen Hintergrundclip untermalt hatte, fand ich großartig und sehr amüsant. Unterm Strich muss ich aber einmal einem Jurymitglied, nämlich Volker Neumüller, zustimmen. Dominik hat gesanglich eher einen Schritt zurück gemacht, er sollte sich für die nächste Woche eine Herausforderung suchen, mit der er dann sein Potential besser ausschöpfen und wieder richtig überzeugen kann.

Sarah Kreuz begann mit „It’s raining men“, vergurkte den tiefen Anfang, sang dann aber kraftvoll, überzeugend und endlich mit ein wenig mehr Ausdruck in Stimme und Gesicht. Die „schnelle“ Sarah gefiel mir um Längen besser, als die „langsame“, die mit dem zweiten Titel „You are the sunshine of my life“ von Stevie Wonder zwar auch ganz gut sang, aber etwas – ja, ich nehme das Wort jetzt auch einmal in den Mund - langweilig wirkte. Die Jury sah das zwar genau andersrum, aber die hat die junge Sängerin auch sowieso schon in eine Schublade gesteckt, aus der sie nicht mehr heraustreten darf. Die Kraft und Stärke, die Sarah beim ersten Song versprühte, würde ich mir öfters von ihr wünschen, das passt sehr gut zu ihr. Noch mehr wünsche ich mir allerdings endlich vernünftigen Englischunterricht für Sarah. Ich ertappe mich dabei, wie ich bei ihren Auftritten Angst bekomme, dass sie wieder den Text vergessen könnte oder wie mir Textzeilen, die sie vermischt oder gänzlich falsch ausgesprochen hat, im Ohr hängen bleiben. Daran muss sie arbeiten, da führt kein Weg dran vorbei. Hoffentlich hat die Tatsache, dass sie neben Benny bis zuletzt zittern musste, Sarah etwas aufgerüttelt.

Bleibt noch Benny Kieckhäben von dem wir uns in der 6. Mottoshow leider verabschieden mussten. Gesanglich war Benny tatsächlich der Schwächste am Samstag, sein „Walking on sunshine“ brachte das Coloneum zwar trotz versemmelter Töne zum Mittanzen, der Auftritt gehörte aber eindeutig nicht zu Bennys stärksten. Das zweite Lied „When the rain begins to fall“ gefiel mir wesentlich besser. Zwar waren auch hier einige schiefe Töne, aber Benny wirkte so schwungvoll und positiv, dass man ihm diese gern verzieh. Mir persönlich wird der sympathische Wormser fehlen, trotz gesanglicher Defizite hat er es häufig geschafft, seine Auftritte mitreißend zu gestalten und mit Freude zu füllen. An dieser Stelle alles Gute für Benny!

Fazit der Mottoshow ist für mich, dass die wolkige Stimmung bei DSDS hinter den Kulissen den Auftritten der Kandidaten anscheinend nicht unbedingt gut tut. Bezeichnend in der Show war die Einladung von Razorlight an Dominik Büchele bezüglich seines Auftritts mit ihrem Song. Wenn der junge Sänger so viele Töne versemmelt hätte, wie Dieter meinte, dann hätte die Band damit wohl kaum in Verbindung gebracht werden wollen. Das muss schon hart sein, Herr Bohlen! Positiv war für mich deshalb - neben dem überwundenen Formtief von Daniel Schuhmacher - dass die Jury, mal abgesehen von Dieters Kraftausdrücken, etwas weniger oft mit ihrer Beurteilung daneben lag, als in den vergangenen Wochen. Allerdings spricht es nun wirklich nicht für diese Staffel und schon gar nicht für die „kompetenten“ Juroren, wenn man sich über so etwas schon freuen kann. Dieter möchte ich einen Satz von Dominik Büchele aus der Show an die Hand geben, der ihn hoffentlich zu ein paar guten Manieren zurückführen kann: “Wir sind halt alle fast noch Kinder.“ Das sollte Herr Bohlen nicht vergessen. Ich bin gespannt, ob es gelingt den Fokus bei der 7. Mottoshow wieder mehr auf das Geschehen auf der Bühne zu richten. Wir werden sehen, ob dieser Wunsch jedes mehr musik-als soapinteressierten DSDS-Zuschauers in Erfüllung gehen darf.

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