EM = Einmal mitreden!!!

13 06 2008
Schwarz-Rot-Gold, Oranje und Tricolore, wo man geht und steht, die EM-Epidemie ist ausgebrochen. Ein jeder will ein Stück vom Fußballkuchen, vom Bäcker um die Ecke bis hin zu den großen Sponsoren, sie alle profitieren von Poldi, Klose und Co. Und jeder redet mit. Jeder hat Ahnung. Jeder kann mit Fußballwissen prahlen. So ergab es sich im Fitnessstudio, dass ich nicht an folgender Konversation vorbeikam...Er: Heute Abend, sehr gutes Spiel. Holland, die haben ja gezeigt...mein lieber Scholli. Sie: Ja, aber ich glaube die Franzosen...Er: Aber die Holländer waren wirklich super gegen die Italiener. Sie: Ja, aber die Franzosen, weißt Du, der Zidane. Die Franzosen haben Zidane...

Und so kommt es, dass statt eines großen Fußballkuchens, eher ein Labskaus in Deutschland existiert, von dem niemand so richtig profitiert.

Bookmark EM = Einmal mitreden!!!  at del.icio.us Digg EM = Einmal mitreden!!! Mixx EM = Einmal mitreden!!! Bloglines EM = Einmal mitreden!!! Technorati EM = Einmal mitreden!!! Bookmark EM = Einmal mitreden!!!  at YahooMyWeb wong it!

Trend verpasst...?!

31 01 2008
Sie ist der Inbegriff von Stillosigkeit, ihre Textur - von Baumwolle bis feinster Ballonseide und ihr Sitz meist jenseits von Gut und Böse. Etabliert hat sie der durchschnittliche Talkshow Gänger, demographische Daten: Arbeitssuchend, Proll aus Überzeugung, Mallorca-Urlauber. Aber auch einigen Ehefrauen ist sie als der Inbegriff des romantischen Tods bekannt: die Jogginghose.

Während eines freudigen Zusammenseins kam es erst kürzlicher zur Diskussion: "Ist es angemessen das gute Stück jenseits der eigenen vier Wände auszuführen?" Die Antwort bei uns Jeanshosenträgern war eindeutig, ein modisches No-Go.

Doch dann passierte es: ich schlug eine einschlägig bekannte internationale Frauenzeitschrift auf und musste nach Luft ringen:

Die Jogginghose

An einem Model. Und zu allem Überfluss hat sie auch noch G-u-m-m-i-b-ü-n-d-c-h-e-n. Jetzt nehmen wir noch unsere Vorstellungskraft (sie braucht nicht viel Anregung) und stellen uns vor, wie dieses hier natürlich hochmodisch erscheinende Kleidungsstück an hunderten Teenagern aussieht, der mit seinem Handy gerade die halbe Bahn mit Bushidos dramatischer Vergangenheit unterhält. Oder in der Uni...sitzen dann alle dort im Sonntagsnachmittag-Gammelook?

Hoffen wir, dass Joop mit seiner Kollektion keinen neuen Trend auslöst, jedenfalls keinen, der jenseits von Sofa und Co. getragen wird.

Bookmark Trend verpasst...?!  at del.icio.us Digg Trend verpasst...?! Mixx Trend verpasst...?! Bloglines Trend verpasst...?! Technorati Trend verpasst...?! Bookmark Trend verpasst...?!  at YahooMyWeb wong it!

Das Menü ist gegessen

27 01 2008
...und es ist angerichtet: nach den allabendlichen Quälereien für Zuschauer und Dschungelhäftlinge ist es vollbracht. Wir haben den Dschungel König. König - Dschungel - der gängigen Assoziationslehre nach dürfte man wohl an "Löwe, Macht und Gebrüll" denken. Doch im 21. Jahrhundert ist man offen, der König des Dschungels schreit bei Spielen nach seiner Mutti, lutscht am Daumen und ist homsexuell...

Gut, dass wir es überstanden haben, das Dschungelfieber - dann kann Dieter Bohlen ja jetzt kommen!

Bookmark Das Menü ist gegessen  at del.icio.us Digg Das Menü ist gegessen Mixx Das Menü ist gegessen Bloglines Das Menü ist gegessen Technorati Das Menü ist gegessen Bookmark Das Menü ist gegessen  at YahooMyWeb wong it!

Digitales Resteessen

20 01 2008
Schmeckt nicht, gibt's nicht. Das bekommen auch treue RTL Zuschauer in diesen Tagen zu spüren. Wo man nur hinschaut: Dschungelreste.

In deutschen Großküchen, Hotels und auch in der Lebensmittelindustrie ist es Gang und Gebe: Ist das beste Stück der Sau erst filetiert, werden die unliebsamen Reste verwurstet und landen beim Durchschnittsdeutschen zum Frühstück oder Abendbrot wahlweise als Leber- oder Dauerwurst auf der Stulle.

Auch kennt man als Pauschaltourist - bevorzugt All-Inclusive für 399 Euro - das Phänomen, bei welchem sich gemüsige oder fleischartige Überbleibsel des Abendbuffets in diversen Schichtsalaten oder gar morgendlichen Warmspeisen wieder finden. Eine schöne Anekdote auch die Entstehung des Ferrero Rocher Kalorienbömbchens: Urväter der Schokokunst erzählen sich, das Haselnusskügelchen in Knusperwaffel und Nougatcreme sei ein – man höre genau hin – Abfallprodukt der Ferreroproduktion von Hanuta, Nutella und Co.

Schön ist die Vorstellung des Resteessen nicht, aber wie schon unsere Großmütter predigten: Lebensmittel wirft man eben nicht weg. Lebensmittel nicht, nein. Doch in unserem digitalen, Web 2.0 geprägtem Zeitalter plagen wir uns mit viel mehr herum, als den Resten der Fleisch- oder Schokoverarbeitung und wünschten uns, die Medienmogule hätten etwas weniger auf ihre Großmütter gehört. In den jetzigen Tagen ist es besonders schlimm. Den Auswirkungen der Restverwertung in Sachen Informations- und Unterhaltungsproduktion kann man kaum mehr entfliehen. Nicht nur, dass die RTL Dschungel Show ihren mitunter quotenreichsten Start zu feiern hat, nein, was diese kaum mehr als C-Promi geltenden Tarzanjünglinge dort im Dschungel treiben, begegnet einem egal zu welcher Sendung man bei dem Kölner Sender einschaltet.


Trash TV mal wortwörtlich

Montagabend, Lifestyle Magazin. Normalerweise ein nettes „Abschaltprogramm“ nach dem schlimmsten Tag der Woche. Halbwegs unterhaltsame Reportagen, Abgründe der Promiwelt und ausreichend Schock-Belege, warum man sich lieber mit Körbchengröße A zufrieden geben sollte, als sich von einem osteuropäischen Discount-Doktor das Silikon verabreichen zu lassen. Doch was passiert da? Restberichterstattung aus dem Australischen Outback. Und nicht nur das. Schwedisches Aushängeschild des Privatfernsehens nach dem Billie Regal, das Tine Wittler in alle renovierungsbedürftigen Traumhäuser einer vom Schicksal gebeutelten Familie dekoriert, Isabel Edvardson stürzt sich nach der Käferdusche ins Schlammwasser des Dschungelteichs. Schon jetzt ist zu befürchten, dass diese Aktion Inhalt der nächsten fünf Klatschmagazinausgaben wird, wo einen doch sonst immer die neusten Promi-News aus Hollywood erwarten. Doch was Brad, Tom und Co. so treiben, das interessiert dieser Tage niemanden bei RTL.


Vorbildliche Medienbranche: Mehrfachverwertung auf höchstem Niveau


Die tägliche Dosis Dschungel hinterlässt genügend Abfälle, um wahlweise Lifestyle, Promimagazin, Talkshows und ja, sogar die mehr oder weniger gehaltvolle Nachrichtensendung damit zu füllen. Oder ist die Nachricht, dass die ehemalige DSDS und Schlüpferverkäuferin Lisa Bund mit einer akuten Blinddarmentzündung ins australische Krankenhaus eingeliefert werden muss, keine aktuelle Meldung wert?! Aus Sicht des nach Klatsch und Tratsch hungernden Zuschauers ohne Dschungelaffinität sind die Tage bei RTL derzeit die pure Durststrecke.

Wirtschaftliche gesehen ist es jedoch vorbildlich, was der Kölsche Medienriese dort fabriziert. Man stecke zehn für Geld offenbar alles tuende, arbeitslose, nie erfolgreiche oder Ex-erfolgreiche deutsche Semi-Promis in einen Dschungel, setze sie abartigsten Prüfungen fürs eigene Überleben aus und alles, was in die tägliche Schaltung in den Dschungel nicht rein passt, drehe man durch den Fleischwolf und schmiere es den Privatsender-Zuschauern in allen möglichen Beiträgen auf den Plasmabildschirm. Na dann, guten Appetit.

Sabrina Krähling

Bookmark Digitales Resteessen   at del.icio.us Digg Digitales Resteessen  Mixx Digitales Resteessen  Bloglines Digitales Resteessen  Technorati Digitales Resteessen  Bookmark Digitales Resteessen   at YahooMyWeb wong it!