DSDS: Und erstens kommt es anders...
Geschrieben von Karla Kolumna um 19:13...und zweitens, als man denkt. Das Aus für Dominik Büchele in der 7. Mottoshow hatte ich wirklich nicht erwartet, ich rechnete mit einem rein weiblichen Duell, um den Einzug ins Halbfinale. Aber nun stehen das erste Mal seit der zweiten Staffel wieder zwei Damen in der Runde der letzten 3, neben Juryfavorit Daniel Schuhmacher. Das Viertelfinale war insgesamt solide, aber nicht spektakulär, die Kandidaten lagen diesmal leistungsmäßig unheimlich eng beieinander, was zumindest die Spannung anheizte. An frühere Staffeln kamen diese 4 Verbliebenen jedoch nicht heran, man denke nur an das sehr hohe Niveau der Top 4 in der dritten (Nevio, Vanessa, Mike Leon, Tobias) und der fünften (Monika, Linda, Fady, Thomas) Staffel.
Etwas enttäuscht hat mich diese Woche Daniel Schuhmacher. In der letzten Show war er klar der Beste, dieses Mal fand ich ihn wieder deutlich schwächer. „Take my breath away“ war von vornherein nicht prädestiniert, um der Auftritt des Abends zu werden, aber ich fand ihn dann auch tatsächlich nicht mehr als ganz in Ordnung. Die durchgängig hohen Töne verhinderten, dass der Song richtig beim Zuhörer ankam und Emotionen erzeugte, der Auftritt gehörte nicht zu Daniels Besten. Auf „You are so beautiful“ hatte ich mich hoffnungsvoll gefreut, doch bei den ersten Tönen zuckte ich unweigerlich zusammen. Dieser hohe, liese, sehr feminine Einstieg passte ganz und gar nicht zum Lied, glücklicherweise sang Daniel den Mittelteil dann deutlich kräftiger und ausdrucksstärker. Die überschwellende Emotionalität, die Dieter aber gehört haben will und vor seinem geistigen Auge bereits bei Sonja Zietlows nicht enden wollenden Top ten der Überflüssigkeiten wiederholt sah, wollte bei mir nicht so recht aufkommen. Daniel war letzte Woche auf einem ganz anderen Level. Ich hoffe im Halbfinale kann er an diese Leistung wieder heranreichen.
Annemarie Eilfeld, die zu Beginn der DSDS-Staffel wohl niemand auf dem Treppchen stehen sah, sang zwei Balladen und verabschiedete sich damit vorerst von ihren sonst eher showlastigen Auftritten. Positiv war, dass sie beide Titel ganz gut gesungen hat und sich neben ihrer allgegenwärtigen Medienpräsenz auch tatsächlich in den Shows gesanglich immer mehr gesteigert hat. Dennoch finde ich ihre Stimme deutlich schwächer und austauschbarer, als die der anderen drei Kandidaten, die für mich schon von Beginn an, als die drei besten Stimmen herausstachen. Aber Annemarie hat sich dennoch auf ihre ganz eigene Weise den Platz im Halbfinale schwer erkämpft - gegen jede Erwartung. Das muss man auch erst mal schaffen. Ihr erster Auftritt mit „There you’ll be“ gefiel mir persönlich besser als der zweite mit „Because of you“, ganz einfach deswegen, weil ich Anmies hohe Töne nicht gern höre. Sie trifft sie zwar, aber sie klingen in meinen Ohren nicht schön, eher schreit sie ein wenig - wie Sarah es auch schon gern getan hat - und ihre Stimme wird leicht schrill. Ihre tieferen, leiseren Töne klingen dagegen gut. Ich hoffe, dass sie im Halbfinale tiefere Songs singt und auch selbst wieder ein bisschen Show macht, denn im Gegensatz zu Nina Eichinger würde ich das Lob fürs Bühnenbild nicht an Annemarie, sondern doch eher an den Bühnenbildner zusprechen. Zwei „Diven“ wären mir dann doch zuviel.
Sarah Kreuz erkämpfte sich mit ihrem Gesang den Platz im Halbfinale, gestern klang sie wirklich sehr gut. „I will always love you“ hat sie nicht geschrien, sondern sehr gut gesungen und dass der Titel schwierig ist, dürfte wohl jedem klar sein. Nun, besser als Whitney Houston, wie es der gute Herr Bohlen mit seinen wohl überanstrengten Ohren gehört haben will, sang Sarah es selbstverständlich nicht und auch die unglaubliche Ähnlichkeit ihrer Version zum Original schien Dieter nicht weiter zu stören, obwohl er doch sonst, wie wir wissen, mit Imitationen so seine Probleme hat. Abgesehen von Bohlens Übertreibungen hat Sarah ihre Sache aber wirklich erstaunlich gut gemacht. Vor allem ihr zweiter Song „Warwick Avenue“ hat mich positiv überrascht, denn Sarah sang schön und vor allem dezent, was mir ausgesprochen gut gefiel. Da sehe ich auch gern über das schlechte schlechte Englisch und das Gefühl, das Sarah nicht so wirkte, als ob sie wüsste, worum es in dem Song ging, hinweg. Die 19-jährige ist ihrem vorherigen Wackelkandidatenstatus mit zwei sehr guten Auftritten entgegengetreten und wurde belohnt. Hoffentlich glänzt sie auch im Halbfinale wieder mit viel Stimme und wenig (besser gar keinen) Textpatzern.
Dominik Büchele, von Beginn an mein persönlicher Favorit, weil ich seine Stimme unheimlich schön finde und mich bei seinem besten Auftritt insgesamt - „Goodbye my lover“ im Recall - seine musikalische Passion einfach überzeugt hat, schied nun also kurz vorm Halbfinale aus. Sein erster Auftritt „Can you feel the love tonight“ – den ich mir mit seiner Stimme nicht so wirklich vorstellen konnte - überraschte mich, denn Dominiks Stimme klang ganz anders als sonst, durchweg voll und kräftig, nicht so zart. Auch einen James Blunt habe ich bei diesem Lied wirklich nicht mehr raushören können. Allerdings wirkte er etwas bemüht und angestrengt beim Singen, vielleicht war er zu konzentriert darauf, alles richtig machen zu wollen. Dadurch wirkte der Auftritt nicht wirklich rund, insgesamt fand ich ihn jedoch ganz gut. Den zweiten Titel „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel fand ich dagegen ganz toll, meiner Ansicht nach Dominiks bester Mottoshowauftritt nach „Wire to Wire“, obwohl er bei diesem Lied ohne die wichtige zweite Stimme des Originals auskommen musste. Den kurzen melodischen Hänger des jungen Sängers kann ich gern verzeihen, Bohlens Urteil schon weniger, da gerade das Gefühl, was ihm angeblich fehlte, den Song meiner Meinung nach so gut gemacht hat, das Publikum aber würde ich an dieser Stelle gerne disqualifizieren. Wie man auf die Idee kommt bei einer solchen Akustik-Ballade in DJ-Ötzi-Stimmungsmachermanier mitzuklatschen und dadurch das gerade durch die besondere Stille lebende Ende des Liedes kaputt zu machen, ist mir rätselhaft. Schade, dass Dominik gehen musste, ich wünsche ihm alles Gute und drücke die Daumen, dass er bald mit seiner Band auch außerhalb seines Heimatdorfes vor größerem Publikum Musik machen darf.
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Als Fazit steht diesmal der Wunsch das Niveau in der nächsten Woche auch wirklich auf Halbfinalstandard anzuheben und durchweg gute Auftritte erleben zu dürfen. Von Daniel wünsche ich mir mehr Konstanz, denn er kann es doch - das sollte er kontinuierlich zeigen. Von Sarah wünsche ich mir vor allem eine bessere Aussprache und Mimik bei ihren Liedern und natürlich nie wieder Texthänger. Mein Wunsch an Annemarie wäre etwas tiefere Lieder auszuwählen und unbedingt wieder Spaß und Show mit auf die Bühne zu bringen, damit es etwas Abwechslung gibt. Von Dominik hätte ich mir das endgültige Lösen der Handbremse und Auftritte, wie „Goodbye my Lover“ oder seine heimatlichen Liveauftritte gewünscht, dazu ist es nun aber leider zu spät.
Freuen wir uns also auf ein nach langer Zeit mal wieder mit den Damen in der Überzahl stattfindendes und hoffentlich sehr spannendes Halbfinale mit jeweils drei Titel der Kandidaten am kommenden Samstag.
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