DSDS: Licht und Schatten bei Dieters Märchenstunde

13 04 2009

Samstagabend, Mottoshow 5, bei Widmungssongs und aktuellen Hits wurde es wieder spannend. Glücklicherweise wurden dem Zuschauer herzzerreissende Liebeserklärungen zum Mitweinen gänzlich erspart, denn die Widmungen wurden diesmal nicht auf der Bühne ausgesprochen, sondern zuvor im Einspielfilm erwähnt und auch die Personen, die angesprochen wurden, waren eher beste Freunde, Mütter oder gar ein ganzes Dorf, als die Liebe des Lebens. Die 6 verbliebenen Kandidaten sangen jeweils zwei Titel, am Ende musste das Fräulein Schlager gehen. Erneut beweist das Publikum, dass es Ohren hat und sich von Dieter und seiner Märchenstunde nicht manipulieren lassen will, denn Vanessa sang an diesem Samstag tatsächlich am Schlechtesten.

Den Auftakt der Show machte Dominik Büchele mit „Stark“ von Ich+Ich. Ninas Anweisungen der letzten Woche folgend, brachte er sich einen Barhocker mit auf die Bühne und sang, zuerst etwas leise, dann aber kraftvoll und sogar neu interpretierend sein Lied. Zwar wollte der Text nicht so wirklich zum 18-jährigen Büchele passen, aber er sang gut, bewies Mut zum Risiko und musste sich dennoch erneut von Dieter auseinandernehmen lassen. Man fragt sich, was genau Herr Bohlen von dem jungen Sänger erwartet, damit ihm nicht sämtliche Gliedmaßen einschlafen und er sich an Valium erinnert fühlt. Möglicherweise sind diese Symptome doch eher Altererscheinungen, denn die Auftritte des talentierten jungen Mannes. Doch Dieter sollte sich noch steigern in seiner Hitparade der unpassenden Bewertungen bei Dominiks zweitem Song „Wire to wire“ von Razorlight. Dieser Auftritt war, trotz des etwas missglückten Anfangs, wohl der Beste, den der junge Sänger seit Beginn der Mottoshows abgeliefert hat. Es steckte soviel Kraft in seiner Stimme und die schwierigen Wechsel von hoch und tief meisterte er vorbildlich. Das Lied, bei dem ich sehr empfindlich reagiert hätte, wenn es verhunzt worden wäre, hat der 18-jährige wirklich sehr gut gesungen. Weiter so, Dominik! Wo genau Herr Bohlen dann allerdings reihenweise versemmelte Töne gehört haben will, bleibt wohl das Geheimnis eines verschrobenen Jurors.

Auch das Urteil für Bennys ersten Song wollte nicht so ganz zur Wirklichkeit passen. Der diesmal mit schwarzem Anzug bekleidete Wormser sang „Und wenn ein Lied“ von den Söhnen Mannheims und abgesehen von dem eingeschlichenen Dialekt war der Vortrag auch sonst sehr dünn und mit reichlich falschen Tönen gespickt. Einzig die kräftigeren Parts des Songs waren ganz gut. Dennoch fand ich es ganz spannend den bunten Benny einmal ganz anders auf der Bühne zu sehen. Dieter hörte kaum falsche Töne, einzig Nina hatte einen lichten Moment und bescheinigte „Bernd“ Kieckhäben, dass dieses Lied einfach eine Nummer zu groß für ihn war. Bei seinem zweiten Song war Benny wieder ganz Paradiesvogel und sang „Closer“ von Ne-Yo annehmbar, wenngleich die Form der letzten beiden Wochen dieses Mal leider kaum zu spüren war.

Dann betrat Vanessa die Bühne und sang fröhlich und durch die Zuschauerreihen marschierend „Liebeskummer lohnt sich nicht“. Wie immer konnte sie das Publikum mitreißen und mit ihrer positiven Art eine gute Stimmung verbreiten, doch wie immer sang sie auch ziemlich schief. Bei den Schlagern ist man das ja inzwischen schon beinahe gewohnt, ihr zweiter Song „Gib mir Sonne“ war jedoch noch schiefer als der Schlager und Zuhörern, die den Song mögen - falls es diese wirklich gibt ;-) – dürfte sich der Magen umgedreht haben. Diesmal war es den Zuschauern wohl zuviel, Vanessa musste am Ende gehen, auch wenn sie es sich selbst anscheinend nicht erklären konnte. Immerhin hat Bohlen diesmal erkannt, dass sie nicht die beste Sängerin ist. Ob ihm bewusst geworden war, dass er letzte Woche mit seinem Urteil zu dick aufgetragen hatte?

Als Vierte betrat Annemarie die Bühne, nachdem sie entgegen Volkers Rat, ihren Hintern doch wieder in die Zeitung bewegt hatte, und sorgte für die Überraschung des Abends. Sie sang „Nobody knows“ von Pink ohne Show, hübsch gekleidet und vor allem wirklich ziemlich gut. Ob die Tränen im Einspielfilm und nach dem Auftritt nun echt waren oder Anmie doch zuvor ganz viele Zwiebeln geschält hat, spielt letztlich keine Rolle, denn sie hat gezeigt, dass sie gesanglich durchaus auch bei langsamen Titeln überzeugen kann. Ich, jedenfalls, war positiv überrascht und sogar die Jury hat diesmal die Wahrheit gesprochen, indem sie Annemarie lobte. Beim zweiten Auftritt verwandelte sich die blonde Dessauerin in eine 1:1 Kopie von Lady Gaga und sang inklusive der überdimensionalen Schleife auf dem Kopf „Just dance“. Der Auftritt war im Grunde in Ordnung, doch für Dieter zu nah am Original und daher optimal geeignet, um Annemarie doch noch Wind von vorne zu geben und gleichzeitig auch Dominik anzugreifen, indem er dessen angebliche Ähnlichkeit zu James Blunt zum 100. Male wiederholte. Dass Anmie sich Kostüm und Tanz kaum selbst ausgesucht haben wird und Dominik noch in keiner einzigen Mottoshow James Blunt sang, blieb natürlich unerwähnt.

Etwas enttäuscht hat mich diese Woche Daniel. Leider scheint es ein dauerhaftes Problem bei ihm zu sein, dass er bei seinen Liedern den Einstieg vermasselt, so auch bei „You give me something“. Ich hatte einen hervorragenden Auftritt erwartet, es kam leider nicht mehr als Durchschnitt. Der Song war zu tief gesungen und klang auch im Ganzen wirklich nicht sehr gut. Was war los, Herr Schuhmacher? Das können Sie besser! „Allein, allein“ hat mir dann aber wieder sehr gut gefallen. Zum ersten Mal hatte Daniel eine kleine Performance bei seinem Auftritt, was ihm durchaus gut stand. Gesungen hat er ebenfalls gut, vor allem die hohen Töne sind herausragend. Dennoch muss Daniel noch ein bisschen Konstanz in seine Leistung bringen, sodass er sie immer dann abrufen kann, wenn sie gefordert ist. Ansonsten bekommt Dieter bald noch einen Herzkasper, falls Daniel demnächst der Spannung wegen erneut vorne stehen muss.

Den Abschluss bildete Sarah Kreuz, die im ersten Durchgang mit einem weißen fliegenden Kleid, das womöglich auf Dieters Rechnung geht, und gutem Gesang zu „Unforgettable“ überzeugte. Der zweite Durchgang misslang der jungen Sängerin jedoch, denn sie konnte sich an fast keine der englischen Textzeilen von „If I were a boy“ erinnern und sang infolgedessen unverständliches Kauderwelsch. Glücklicherweise bemerkte sie selbst, wie missglückt der Auftritt war und entschuldigte sich sogleich bei ihren Fans. Der Englischlehrer von Vanessa dürfte nach dem Ausscheiden seines Zöglings doch wieder eine Menge Zeit haben - anstatt sie also fragwürdige Bruce Darnell- Motivationscoachings machen zu lassen, sollte Fräulein Kreuz auch mal wieder die Schulbank drücken. Auch grundsätzlich muss Sarah aufpassen, dass ihre Auftritte nicht trotz der guten Stimme etwas zu eintönig werden, die Konkurrenz schläft nicht.

Fazit dieser Mottoshow dürfte sein, es gab mehr Licht als Schatten. Die Aussage der Jury und die am Ende der Sendung eingeblendeten vermeintlichen Anrufer-Prozentzahlen stimmen mit meiner Meinung überein, dass die Kandidaten immer enger zusammen rücken, was die Show durchaus mit etwas mehr Spannung versieht, als es teilweise in den vergangenen Staffeln der Fall war.
Freuen wir uns also auf die nächste Woche, in der die Kandidaten sich weiter steigern können und hoffentlich auch die Jury, insbesondere Dieter, wieder zu mit dem Auftritt übereinstimmenden Urteilen finden werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt ;-).

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Kommentare

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13 04 2009
#1 Bastian (Antwort)

Toller Artikel! Danke!
13 04 2009
#2 tsts (Antwort)

wie immer eine freude. unbestechliche, klare stimme im stimmengewirr. DANKE!!
13 04 2009
#3 David Inkognito (Antwort)

Ich finde die Beiträge 1a analysiert. Nur die Moderationsleistung von Herr Schreyl sollte mal gewürdigt werden. Ich habe noch nie einen so parteiischen und unsympatischen Moderator gesehen, der seine schlechten Sprüche auch noch von den Karten ablesen muss.

DSDS tät gut daran für die nächste Staffel zum einen wieder ein Duo einzustellen - was dann auch durch mehrdimensionale Meinungen auftrumphen kann, ohne gleich der Schizophrenie zu verfallen. Zum anderen könnte man sich dann auch wieder die ersten 2 Minuten der Show angucken.

Dann gibt es vllt mal wieder einen klassischen Showtreppenabgang - statt hinter der Bühne Versteckspiel.
14 04 2009
#4 Derb Schullze (Antwort)

[...]20.14 Uhr
ging es los. Gleich zur Einführung verkündet doch die schreylige Stimme Entsetzliches:
Die Gladiatoren werden 2x auftreten.
Nein - Hilfe denke ich, da muss ich ja noch mehr schreiben.
Herr Schreylig kündigt einen lustigen Abend an und behauptet tatsächlich, dass DSDS die beliebteste Sendung Deutschlands wäre.
Klasse - woran er das wohl festmacht? Keine Ahnung, in diesem Geschäft bin ich nicht wirklich sattelfest. Aber ich kann es mir nicht wirklich vorstellen.[...]

Mehr??: http://www.vollossi.de/2009/04/13/der-voll-ossi-muss-ostersamstag-mit-dsds-verbringen/
15 04 2009
#5 V[ee]a (Antwort)

Fantastisch! Eine Labsal in dem Beitragskuddelmuddel der diesjährig so medienintensiven und -explosiven Staffel. Jemand mit Durchblick, Köpfchen, einem gesunden Paar Ohren und einer prima Schreibe. Kompliment. Ich schaue ab sofort öfter hier rein!

Karla Kolumna: douze points ten points Daumen hoch! ;-)

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