DSDS: Harfe adé

16 03 2009
Da waren es nur noch 8. Mottoshow Nummer zwei, mit dem Spaß versprechenden Motto „Geschlechtertausch“, bedeutete für Cornelia und ihre Harfe das Ende bei DSDS und für den freudig auf gute Auftritte hoffenden Zuschauer einen recht unbefriedigenden Abend. Das durchschnittliche Niveau der Darbietungen lag irgendwo zwischen Bierzeltmusikanten und den Stimmungsmachern in mittelmäßigen Discotheken, allen voran Dieters lebende Geschmacksverirrung Holger Göpfert. Sein Auftritt mit „Black Velvet“ unterbot alles zuvor von ihm Gesehene und Gehörte, vor lauter fassungslosem Entsetzen über diese unterirdische Leistung blieb ich für die Dauer der gesamten Darbietung und des folgenden unverständlichen Juryurteils in einer Art Schockstarre. Natürlich wurde Holger von Dieter und seinem Gefolge nicht abgemahnt und es blieb unausgesprochen, dass er einen der schlechtesten Mottoshowauftritte aller Zeiten abgeliefert hatte – erschreckender Weise schien der wirre Herr Göpfert nicht einmal selbst zu bemerken, wie bescheiden seine Leistung an diesem Abend gewesen war.

Die vorangegangene Auseinandersetzung mit DSDS-Luder Annemarie, die in ihrem Einspieler mitteilte Holger aus der Castingshow zu entlassen, so sie denn die Wahl hätte, schien den „sensiblen“ 27-jährigen dermaßen erregt zu haben, dass er jeden Anstand vergaß und Annemarie nach ihrem Auftritt in der Live-Show (!) wild gestikulierend anging. Von Annemaries Neigung zu verbalen Attacken gegen ihre Mitstreiter und ihrer hart an den Grenzen des guten Geschmacks angesiedelten Vorliebe für knapp verhüllte Haut mag man sich längst ein Bild gemacht haben, jedoch muss man ihr fairer Weise an diesem Samstag einen überraschend soliden Auftritt - wohl auch den besten ihrer DSDS-Zeit - zugestehen.
Stabilisiert hat sich auch unsere Schlager-Madame Vanessa Neigert, die sich mit „Über den Wolken“ gesanglich im Vergleich zum Debakel der Vorwoche wieder steigern konnte und die im Lichte einiger ihrer selbstdarstellerischen Mitstreiter eine erfrischende Uneitelkeit an den Tag legt und damit inzwischen sogar bei mir punkten kann.



Benny, zum zweiten Mal von der Jury auserkorener Favorit für den Rauswurf, lieferte im Prinzip genau das, was man am Samstag von ihm auch erwartet hatte. Mit Hochzeitsschleier auf dem mit zahlreichen Flaschen Haarspray getufften Haar imitierte er Madonnas legendären Auftritt von „Like a virgin“ und schien mit dieser Show sichtlich in seinem Element gewesen zu sein. Gesanglich blieb er jedoch ebenfalls ganz im Rahmen der Erwartungen, nämlich irgendwo ziemlich weit unten.

Marc, der die Schlagzeilen einer angeblichen Prügelattacke gegen einen Ex-Boyband Kollegen anscheinend mit einer „rührenden“ Geschichte rund um sein Engagement für Heimkinder auszugleichen versuchte, versagte gesanglich völlig bei „I kissed a girl“. Auch seine Show-Bemühungen auf der Bühne, bei deren krönendem Abschluß er ein Tänzchen mit Mama Jentzen wagte, konnte seinen misslungenen Auftritt nicht positiver erscheinen lassen. Vielmehr führte dem Zuschauer einmal mehr vor Augen, dass der Mädchenschwarm die Masche der Boybands wohl zu sehr verinnerlicht hat und bei allem was er tut einfach viel zu dick aufträgt

Leider konnten auch die Favoriten der sechsten Staffel Sarah, Daniel und Dominik diesmal das schlechte Niveau der Mottoshow übermäßig stark anheben. Alle 3 lieferten zwar ab, glänzten jedoch nicht unbedingt mit ihren stärksten Auftritten. Sarah sang „You raise me up“ technisch gut, das Gefühl hatte sie aber wohl in der Garderobe vergessen. Die Gänsehaut von Nina Eichinger kann ich mir persönlich nur mit der überaus eisigen Ausstrahlung von Fräulein Kreuz bei ihrem dieswöchigen Auftritt erklären – hoffentlich kann sie in den nächsten Wochen zeigen, dass sie auch anders kann, sonst ist schon jetzt besiegelt, dass das Finale einmal mehr in Männerhänden liegen wird.

Leidtragender der dieswöchigen Zickereien war im Grunde ein weit unter seinen Möglichkeiten gebliebener Daniel Schuhmacher, dessen Auftritt zwischen dem Aufmerksamkeit erzeugenden Gerangel von Annemarie und Holger und den darauf folgenden Buh-Rufen des Publikums fast unterging. „Irgendwas bleibt“ sang der ohne Frage mit einer sehr schönen Stimmfarbe gesegnete Pfullendorfer, doch viel mehr als ein ganz „netter“ Eindruck blieb von seinem dieswöchigen Auftritt eben nicht.

Dominik, der neben seinem großen musikalischen Talent auch jede Woche wieder mit angenehmer Zurückhaltung in Bezug auf alle Kandidatenproblemchen und einem allgemein ausgeglichenen Auftreten überzeugt, machte zwar einen guten Auftritt mit „First day of my life“, blieb jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die angezogene Handbremse änderte dennoch nichts daran, dass der sympathische Kappel-Grafenhausener erneut Bester des Abends war und seine Favoritenrolle weiter ausbauen konnte.


DSDS - Dominik Büchele - First Day of my Life - MyVideo

Cornelia, die keinen so schlechten Auftritt mit „Your Song“ gemacht hatte, aber eben auch keinen nachhaltigen Eindruck hinterließ, musste gehen, der Verlustschmerz ist gering.

Anstelle eines Fazit möchte ich im Namen aller Freunde dieser Show eine Bitte äußern :

Liebe DSDS-Macher, bitte lasst die Uraufführung auch gleichzeitig den letzten Vorhang für das Motto dieser Woche sein! Nie wieder Geschlechtertausch!!!


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